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	<title>OFFENE PLATTFORM &#187; Rheuma</title>
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	<description>Ein Weblog für die, die kein Blog haben.</description>
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		<title>Leben mit chronischen Schmerzen</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 08:44:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus-Peter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chronisch Krank]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsplatz]]></category>
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<p>Aufeinander zugehen statt Ausgrenzen</p>
<p>Seit über 25 Jahren habe ich mit immer wiederkehrenden schmerzhaften und über mehrere Tage anhaltenden Migr&auml;neattacken und rheumatischen Beschwerden zu tun. Ich will hier gar nicht schildern, welche Medikamente, Behandlungsmethoden (klassische Schulmedizin sowie alternative Verfahren), Kur- und Krankenhausaufenthalte ich in diesen Jahren schon durchlaufen habe. Das ist nicht mein Thema. Mit meiner Krankheit habe ich gelernt zu leben. Mir geht es viel mehr darum, mich für einen offenen und lockeren Umgang mit dem Thema “chronische Erkrankung” in der Arbeitswelt einzusetzen. </p>
<p>Wie ich das machen kann, wei&szlig; ich noch nicht so genau. Vielleicht kann ich mir darüber durch das &ouml;ffentliche Schreiben mehr Klarheit verschaffen.</p>
<p>Ich m&ouml;chte aus meinem Blickwinkel heraus darauf hinweisen, dass sich hier einiges in einer Schieflage befindet. Auch bewundere ich Menschen, wie z.B. Lars Michael Lehmann, der seit Jahren als Legasthenieexperte bloggt [<a href="http://legasthenieistkeineschande.wordpress.com/">http://legasthenieistkeineschande.wordpress.com/</a>]. Ich kann mir nur w&uuml;nschen, dass solche Beispiele Nachahmer finden und “Betroffene” aus allen nur denkbaren Bereichen sich ihrer eigenen Kompetenz mehr und mehr bewusst werden und sich Geh&ouml;r verschaffen, denn wer sonst au&szlig;er ihnen verf&uuml;gt über diese hautnahen Erfahrungen. </p>
<p>Was mich besch&auml;ftigt, ist folgende Situation: Meine Berufst&auml;tigkeit ist immer schon gekennzeichnet durch einen st&auml;ndigen Wechsel von Arbeitslosigkeit, befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen, Selbstst&auml;ndigkeit und Krankenzeiten. Eine Berentung war auch schon im Gespr&auml;ch. Das m&uuml;sste meiner Meinung nach nicht so sein, denn mit nur wenigen Absprachen hinsichtlich flexibler Zeiteinteilung und M&ouml;glichkeit gelegentlich auch vom Homeoffice aus zu arbeiten, kann ich sehr gut klarkommen.</p>
<p>Meiner Meinung nach ist es an der Zeit hier andere L&ouml;sungsans&auml;tze auszuprobieren, neue Wege zu gehen. Die staatlich vorgegebenen L&ouml;sungsans&auml;tze wie z.B. “Bewerber(innen) mit Schwerbesch&auml;digtenausweis werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt“ greifen hier nicht wirklich, schaut man erst einmal hinter die Kulissen. Ich stelle nachfolgend mal &#8211; wenn auch sehr vereinfacht  &#8211; <strong>zwei Modelle</strong> gegen&uuml;ber, die sich mir im Moment bieten: </p>
<p><strong>Altes  Denken:</strong> (es gibt auch Ausnahmen)<br />
Im Bewerbungsgespr&auml;ch pr&auml;sentiere ich mich als uneingeschr&auml;nkt leistungsf&auml;hig, da ich sonst keine Chance habe, den Job &uuml;berhaupt zu bekommen. Ich wei&szlig;, der Arbeitgeber f&uuml;hrt eine Krankenstatistik &uuml;ber seine Arbeitnehmer. Bei zu langen Fehlzeiten wird der Arbeitnehmer in Gespr&auml;chen mit dem Vorgesetzten eher eingesch&uuml;chtert, als das über m&ouml;gliche Ursachen und Alternativen nachgedacht wird. Ich fehle krankheitsbedingt h&auml;ufiger als andere. Manch ein Kollege zeigt mir mehr als deutlich, dass es ihn nervt, meine Arbeit dann mit erledigen zu m&uuml;ssen. Nach 3 Jahren in denen ich meinen Urlaub auch f&uuml;r Krankentage aufbrauche, erleide ich ein Burn-Out.</p>
<p><strong>Neues Denken:</strong> (leider noch die Ausnahme)<br />
Ich kann im Vorstellungsgespr&auml;ch auf meine chronische Erkrankung eingehen und selbst Vorschl&auml;ge unterbreiten, welche Arbeitszeiten und -Bedingungen sich auf meine Leistungsf&auml;higkeit g&uml;nstig auswirken. Mein Arbeitgeber h&ouml;rt sich das interessiert  an. (Er berichtet von seinem Aufenthalt in einer Reha-Ma&szlig;nahme, von dem er sehr viel profitiert hat.) Niemand muss mehr den Superhelden oder die Superheldin spielen. Wir legen für mich flexible Arbeitszeiten fest und regeln, wie wir damit umgehen, falls ich mich an einem Tag nicht wohl f&uuml;hle und zu Hause bleiben muss. Auch die Kollegen wissen das schon im Vorfeld. Wir planen einfach “Pufferzeiten” mit ein, so dass f&uml;r niemanden ein unn&ouml;tiger Druck entsteht. Das Betriebsklima ist offen und kollegial, was sich wiederum positiv auf die wirtschaftliche Stabilit&auml;t des Unternehmens auswirkt. F&uuml;r sein soziales Betriebsklima erf&auml;hrt der Arbeitgeber in der &Ouml;ffentlichkeit eine besonders hohe Wertsch&auml;tzung.</p>
<p><strong>Mein Fazit:</strong><br />
Im Laufe der Zeit habe ich gelernt mit meiner Krankheit umzugehen. Ich kann auf meine K&ouml;rpersignale achten und dadurch meinen Gesundheitszustand positiv beeinflussen. Eine 40-Stunden-Woche jedoch schaffe ich nicht, da ich einfach mehr Zeit zur Erholung ben&ouml;tige als andere. Bekomme ich diesen zus&auml;tzlichen Erholungsraum, ist meine Erkrankung f&uuml;r mich kein Problem mehr. Das eigentliche Problem besteht f&uuml;r mich derzeit darin, ein kollegiales und offenes Arbeitsumfeld, wie es das zweite Modell beschreibt, zu finden.</p>

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