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	<title>OFFENE PLATTFORM &#187; Chronisch Krank</title>
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	<description>Ein Weblog für die, die kein Blog haben.</description>
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		<title>52 Dienstage: Arthrose in den Hüften, den Knien und in den Armen, der Kern ist noch gut</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 19:50:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Erika Knobloch</dc:creator>
				<category><![CDATA[52 Dienstage]]></category>
		<category><![CDATA[Chronisch Krank]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[tagesablauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Der folgende Text ist ein Auszug aus dem Buch &#8220;52 Dienstage &#8211; Ein Frauentagebuch&#8221;, geschrieben von 51 Frauen (und einem Ehemann) an 52 Dienstagen des Jahres 2005.
Herausgeber ist der Verein Lebendiger Leben! e.V., bei dem Sie das Buch erwerben können.
Geschrieben am 11. Januar 2005
Es ist 6.15 Uhr. Mein obligatorischer Wecker in Gestalt meines Mannes ruft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der folgende Text ist ein Auszug aus dem Buch <strong>&#8220;52 Dienstage &#8211; Ein Frauentagebuch&#8221;</strong>, geschrieben von 51 Frauen (und einem Ehemann) an 52 Dienstagen des Jahres 2005.<br />
Herausgeber ist der Verein <a href="http://www.lebendiger-leben-ev.de/">Lebendiger Leben! e.V.</a>, bei dem Sie das Buch erwerben können.</p>
<h3>Geschrieben am 11. Januar 2005</h3>
<p>Es ist 6.15 Uhr. Mein obligatorischer Wecker in Gestalt meines Mannes ruft mich zum Frühstück. Seine Stimme klingt ungeduldig. Kaffee machen ist für ihn als Frühaufsteher seine Aufgabe, seitdem wir Rentner sind. Mir ist das einfach zu früh, zumal ich häufig erst spät ins Bett komme. Diese wenigen Stunden schlafe ich intensiv, bei l&amp;auml,ngerem Liegen habe ich Schmerzen in den Schultern, den operierten Hüften (Endoprothesen), den taub werdenden Händen und den Knien.</p>
<p>Na ja, mein Orthopäde formulierte das Anfang Januar 2005 mit den Worten: &#8220;Sie haben Arthrose in den Hüften, den Knien und in den Armen, der Kern ist noch gut. Und damit müssen sie leben.&#8221;</p>
<p>Schön, weiß ich ja, trotzdem bekomme ich nur sechs Behandlungen pro Quartal, es sei denn, ich wäre privat versichert. Bin ich aber nicht, könnte ich mir auch trotz 45 Arbeitsjahren nicht leisten. So kommt Privatbezahlung für Massagen usw. auch nicht in Frage. Das Geld langt gerade für Sauna und Schwimmen, bin doch kein Krösus. Wenn ich mehr Geld hätte, würde es meine arbeitslose Tochter bekommen, damit sie nicht gar so rechnen muss oder man könnte öfters spenden, z. B. für Kinder und Behinderte.</p>
<p>Jetzt habe ich auch gespendet für die Tsunami-Opfer in Asien. Da gab es gar kein Nachdenken. Wir haben das Hochwasser von 2002 nur allzu gut in Erinnerung. Wir hatten keinen Strom, und das Wasser reichte bis an unser Wohnhaus. Der Keller war überschwemmt, und auf der Straße fuhren Boote. Die Angst war groß. Trotzdem meine ich: Wir leben gut. Wir Behinderte können frei entscheiden, uns in unserem Land frei bewegen. Kein Hitler verfolgt uns oder merzt uns als &#8220;unwertes Leben&#8221; aus. Wir können am öffentlichen Leben teilnehmen, trotzdem gibt es Barrieren. Unsere Rechte sind sogar im Grundgesetz verankert. <strong>&#8220;Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden&#8221;</strong>, heißt es im Art. 3 des Grundgesetzes.</p>
<p>Es gibt eine Menge Gesetze, die die Einstellung von arbeitsfähigen Behinderten regeln. Betriebe und Einrichtungen in Sachsen müssen sogar 5 Prozent Behinderte pro Gesamt-Personal einstellen oder eine Art Strafe zahlen. <strong>Aber die zahlen lieber</strong>. Behinderte einstellen ist für sie ein zu großes Risiko, weil man denen schlecht kündigen kann.</p>
<p>Gut, dass ich das hinter mir habe, aber was wird mit den vielen anderen mit ihren Existenznöten, dem Bedürfnis nach Arbeit, nach etwas Freundlichkeit und Anerkennung? Wo bleibt ihre Chance auf ein selbstständiges und sinnvolles Leben in einer Zeit, wo schon gesunde junge Menschen arbeitslos sind.</p>
<p>Helen Keller [<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Helen_Keller">http://de.wikipedia.org/wiki/Helen_Keller</a>], die erste blind-taubstumme Akademikerin der Welt, hatte diese Chance. Sie hatte reiche Eltern, eine sich aufopfernde Lehrerin und viel Glück. Aber, wer hat das schon?</p>
<p>Auch unser Verein muss sparen. Nun haben wir keine bezahlten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen mehr und versuchen uns so recht und schlecht in unserem kleinerem Büroraum &#8220;über Wasser&#8221; zu halten. Die Stadt hat kein Geld für unseren Verein. <strong>Das Geld wird für &#8220;Wichtigeres&#8221; gebraucht.</strong><br />
<strong>Wir behinderten Frauen mit unseren Wünschen und unserem &#8220;Recht&#8221; auf  Leben sind nicht wichtig genug.</strong> Dabei gibt es in Deutschland so viele Großverdiener und Geld im Überfluss. Der bekannte Sänger Udo Jürgens verdient auch viel Geld, aber vielleicht versteht er das, was er u. a. singt: &#8220;Wir könnten den Hunger schon heilen, nur müsste man besser verteilen.&#8221; Wie wahr!</p>
<p><strong>Autorin: Erika Knobloch</strong>, Dresden; *1941, verheiratet, eine Tochter. Zuerst als Schaltmechanikerin in Leistung gearbeitet, dann Erwachsenenqualifizierung zum Handelskaufmann, verschiedene Zusatzlehrgänge besucht. 25 Jahre bei der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen, Standort Dresden, gearbeitet und ehrenamtlich (bis heute) in der Hauptschwerbehindertenvertretung des Sächsischen Sozialministeriums. Altersrentnerin. Durch Arthrose in beiden Hüften und Knien seit jungen Jahren gehbehindert.<br />
Viele Hobbys: Lesen, Schreiben, Gärtnern, Fotografieren, Schwimmen, in die Sauna gehen, in der Jugend auch Zeichnen. Für das Chorsingen muss man leider stehen können.</p>
<p><strong>Weitere Beiträge:</strong></p>
<p><strong>30. August 2005 &#8211; Autorin: Simone Walter</strong>  ver&ouml;ffentlicht bei <a href="http://nicoleengelhardt.de/content/52-dienstage-heute-ist-eigentlich-ein-tag-wie-jeder">nicoleengelhardt.de</a><br />
<strong>8. März 2005 &#8211; Autorin: Anja Damme</strong> veröffentlich bei <a href="http://www.bloggerpatenschaften.de/52-dienstage-ein-frauentagebuch-entdeckt-das-internet/">Blogpatenschaften.de</a><br />
<strong>15. Februar 2005 &#8211; Autorin: anonym</strong> ver&ouml;ffentlicht bei <a href=http://diegoerelebt.wordpress.com/2009/09/08/blogpatenschaft-fur-die-aktion-52-dienstage-ein-frauentagebuch/>Die G&ouml;re lebt – Blog zu 7 Beruf(ung)en</a> </p>
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		<title>Leben mit chronischen Schmerzen</title>
		<link>http://www.offene-plattform.de/2009/06/07/leben-mit-chronischen-schmerzen/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 08:44:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Klaus-Peter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chronisch Krank]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[Migräne]]></category>
		<category><![CDATA[Rheuma]]></category>

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		<description><![CDATA[Aufeinander zugehen statt Ausgrenzen
Seit über 25 Jahren habe ich mit immer wiederkehrenden schmerzhaften und über mehrere Tage anhaltenden Migr&#228;neattacken und rheumatischen Beschwerden zu tun. Ich will hier gar nicht schildern, welche Medikamente, Behandlungsmethoden (klassische Schulmedizin sowie alternative Verfahren), Kur- und Krankenhausaufenthalte ich in diesen Jahren schon durchlaufen habe. Das ist nicht mein Thema. Mit meiner [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aufeinander zugehen statt Ausgrenzen</p>
<p>Seit über 25 Jahren habe ich mit immer wiederkehrenden schmerzhaften und über mehrere Tage anhaltenden Migr&auml;neattacken und rheumatischen Beschwerden zu tun. Ich will hier gar nicht schildern, welche Medikamente, Behandlungsmethoden (klassische Schulmedizin sowie alternative Verfahren), Kur- und Krankenhausaufenthalte ich in diesen Jahren schon durchlaufen habe. Das ist nicht mein Thema. Mit meiner Krankheit habe ich gelernt zu leben. Mir geht es viel mehr darum, mich für einen offenen und lockeren Umgang mit dem Thema “chronische Erkrankung” in der Arbeitswelt einzusetzen. </p>
<p>Wie ich das machen kann, wei&szlig; ich noch nicht so genau. Vielleicht kann ich mir darüber durch das &ouml;ffentliche Schreiben mehr Klarheit verschaffen.</p>
<p>Ich m&ouml;chte aus meinem Blickwinkel heraus darauf hinweisen, dass sich hier einiges in einer Schieflage befindet. Auch bewundere ich Menschen, wie z.B. Lars Michael Lehmann, der seit Jahren als Legasthenieexperte bloggt [<a href="http://legasthenieistkeineschande.wordpress.com/">http://legasthenieistkeineschande.wordpress.com/</a>]. Ich kann mir nur w&uuml;nschen, dass solche Beispiele Nachahmer finden und “Betroffene” aus allen nur denkbaren Bereichen sich ihrer eigenen Kompetenz mehr und mehr bewusst werden und sich Geh&ouml;r verschaffen, denn wer sonst au&szlig;er ihnen verf&uuml;gt über diese hautnahen Erfahrungen. </p>
<p>Was mich besch&auml;ftigt, ist folgende Situation: Meine Berufst&auml;tigkeit ist immer schon gekennzeichnet durch einen st&auml;ndigen Wechsel von Arbeitslosigkeit, befristeten Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnissen, Selbstst&auml;ndigkeit und Krankenzeiten. Eine Berentung war auch schon im Gespr&auml;ch. Das m&uuml;sste meiner Meinung nach nicht so sein, denn mit nur wenigen Absprachen hinsichtlich flexibler Zeiteinteilung und M&ouml;glichkeit gelegentlich auch vom Homeoffice aus zu arbeiten, kann ich sehr gut klarkommen.</p>
<p>Meiner Meinung nach ist es an der Zeit hier andere L&ouml;sungsans&auml;tze auszuprobieren, neue Wege zu gehen. Die staatlich vorgegebenen L&ouml;sungsans&auml;tze wie z.B. “Bewerber(innen) mit Schwerbesch&auml;digtenausweis werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt“ greifen hier nicht wirklich, schaut man erst einmal hinter die Kulissen. Ich stelle nachfolgend mal &#8211; wenn auch sehr vereinfacht  &#8211; <strong>zwei Modelle</strong> gegen&uuml;ber, die sich mir im Moment bieten: </p>
<p><strong>Altes  Denken:</strong> (es gibt auch Ausnahmen)<br />
Im Bewerbungsgespr&auml;ch pr&auml;sentiere ich mich als uneingeschr&auml;nkt leistungsf&auml;hig, da ich sonst keine Chance habe, den Job &uuml;berhaupt zu bekommen. Ich wei&szlig;, der Arbeitgeber f&uuml;hrt eine Krankenstatistik &uuml;ber seine Arbeitnehmer. Bei zu langen Fehlzeiten wird der Arbeitnehmer in Gespr&auml;chen mit dem Vorgesetzten eher eingesch&uuml;chtert, als das über m&ouml;gliche Ursachen und Alternativen nachgedacht wird. Ich fehle krankheitsbedingt h&auml;ufiger als andere. Manch ein Kollege zeigt mir mehr als deutlich, dass es ihn nervt, meine Arbeit dann mit erledigen zu m&uuml;ssen. Nach 3 Jahren in denen ich meinen Urlaub auch f&uuml;r Krankentage aufbrauche, erleide ich ein Burn-Out.</p>
<p><strong>Neues Denken:</strong> (leider noch die Ausnahme)<br />
Ich kann im Vorstellungsgespr&auml;ch auf meine chronische Erkrankung eingehen und selbst Vorschl&auml;ge unterbreiten, welche Arbeitszeiten und -Bedingungen sich auf meine Leistungsf&auml;higkeit g&uml;nstig auswirken. Mein Arbeitgeber h&ouml;rt sich das interessiert  an. (Er berichtet von seinem Aufenthalt in einer Reha-Ma&szlig;nahme, von dem er sehr viel profitiert hat.) Niemand muss mehr den Superhelden oder die Superheldin spielen. Wir legen für mich flexible Arbeitszeiten fest und regeln, wie wir damit umgehen, falls ich mich an einem Tag nicht wohl f&uuml;hle und zu Hause bleiben muss. Auch die Kollegen wissen das schon im Vorfeld. Wir planen einfach “Pufferzeiten” mit ein, so dass f&uml;r niemanden ein unn&ouml;tiger Druck entsteht. Das Betriebsklima ist offen und kollegial, was sich wiederum positiv auf die wirtschaftliche Stabilit&auml;t des Unternehmens auswirkt. F&uuml;r sein soziales Betriebsklima erf&auml;hrt der Arbeitgeber in der &Ouml;ffentlichkeit eine besonders hohe Wertsch&auml;tzung.</p>
<p><strong>Mein Fazit:</strong><br />
Im Laufe der Zeit habe ich gelernt mit meiner Krankheit umzugehen. Ich kann auf meine K&ouml;rpersignale achten und dadurch meinen Gesundheitszustand positiv beeinflussen. Eine 40-Stunden-Woche jedoch schaffe ich nicht, da ich einfach mehr Zeit zur Erholung ben&ouml;tige als andere. Bekomme ich diesen zus&auml;tzlichen Erholungsraum, ist meine Erkrankung f&uuml;r mich kein Problem mehr. Das eigentliche Problem besteht f&uuml;r mich derzeit darin, ein kollegiales und offenes Arbeitsumfeld, wie es das zweite Modell beschreibt, zu finden.</p>
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