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	<title>OFFENE PLATTFORM &#187; Bewusstheit</title>
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	<description>Ein Weblog für die, die kein Blog haben.</description>
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		<title>Was ist eigentlich … Jodsensibilität</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 19:35:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jodsensibel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jodsensibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Jod]]></category>
		<category><![CDATA[Schilddrüse]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich kann mich noch gut an das merkw&#252;rdige Gef&#252;hl erinnern, das mich befiel, als ich 2001 meine Hashimoto-Diagnose bekam. Hashimoto, das wusste ich aus der Vorbereitung f&#252;r meine HeilpraktikerInnen-Zulassung, ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddr&#252;se. Wieso hatte ich eine Autoimmunerkrankung? Wieso war ausgerechnet mit meiner Schilddr&#252;se etwas nicht in Ordnung? Irgendetwas stimmte hier nicht – das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann mich noch gut an das merkw&uuml;rdige Gef&uuml;hl erinnern, das mich befiel, als ich 2001 meine <strong>Hashimoto-Diagnose</strong> bekam. Hashimoto, das wusste ich aus der Vorbereitung f&uuml;r meine HeilpraktikerInnen-Zulassung, ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddr&uuml;se. <strong>Wieso hatte ich eine Autoimmunerkrankung?</strong> Wieso war ausgerechnet mit meiner Schilddr&uuml;se etwas nicht in Ordnung? Irgendetwas stimmte hier nicht – das sagte mir mein Gef&uuml;hl.</p>
<p>Es dauerte noch ein paar Jahre des Leidens, bis ich zur Erkl&auml;rung und damit zu einem angemessenen und erfolgreichen Therapieansatz f&uuml;r meinen mir so unerkl&auml;rlichen Zustand mit verschiedensten St&ouml;rungen und unglaublicher Ersch&ouml;pfung fand: <strong>ich bin jodsensibel</strong>.</p>
<p>Dieses Ph&auml;nomen – in der medizinischen Literatur der 20er und 30er Jahre des 20.Jahrhunderts beschrieben – scheint den meisten ProfessorInnen, &Auml;rztInnen, HeilpraktikerInnen, Ern&auml;hrungsberaterInnen, K&uuml;chenchefInnen heutzutage unbekannt zu sein. Gerne wird kritisches Nachfragen zur Verwendung und zur individuellen Vertr&auml;glichkeit von Jod als „Jodhysterie“ oder „Verteufelung von Jod“ abgestempelt. Weit verbreitet und fest verankert ist die Anschauung, Deutschland sei Jodmangelland und wir sollten fl&auml;chendeckend jodiertes Salz verwenden, um der drohenden Gefahr einer Unterversorgung vor zu beugen. Selbstverst&auml;ndlich sei damit keinerlei Risiko verbunden.</p>
<p><strong>Der bedeutendste Jodeintrag</strong> kommt jedoch garnicht vom jodierten Salz. Dass &uuml;ber Tierfutter-Jodierung Jod in zum Teil beachtlichen Mengen insbesondere &uuml;ber tierische Milch und deren Produkte in unsere K&ouml;rper gelangt, ist den wenigsten in ganzer Tragweite bewusst. Diese indirekte Jodierung unterliegt keiner Deklarationspflicht. Eine realistische Aktualisierung von Lebensmittel-Tabellen zum tats&auml;chlichen Jodgehalt unserer Nahrungsmittel l&auml;sst auf sich warten.</p>
<p>Wie z.B. Kaffee sehr unterschiedlich vertragen wird, kann auch die individuelle Reaktion auf Jod von Fall zu Fall verschieden sein. Gef&auml;hrdet sind Menschen mit (famili&auml;rer) Schilddr&uuml;sen-Problematik. Dass sich bei dauerhaft erh&ouml;hter Jodzufuhr eine &Uuml;berfunktion dieses lebenswichtigen Organs verst&auml;rkt – wie bei Morbus Basedow oder „heißen“ Knoten – erscheint uns logisch; im Umkehrschluss assoziieren wir mit der Unterfunktion der Schilddr&uuml;se den Jodmangel.</p>
<p><strong>Wie ist es nun bei Hashimoto?</strong> Hier f&uuml;hrt Zerst&ouml;rung von funktionalem Schilddr&uuml;sengewebe langfristig zur Unterfunktion. Doch diese Schilddr&uuml;senunterfunktion entsteht gerade nicht durch Jodmangel. So mutet es f&uuml;r unser Verst&auml;ndnis paradox an, dass im Falle der Autoimmun-Thyreoiditis (AIT) „Hashimoto“ die Unterfunktion nicht durch zuwenig Jod, sondern im Gegenteil durch zuviel davon entstehen kann. Einfach gesagt: Zuviel Jod macht jodsensible Schilddr&uuml;sen kaputt.</p>
<p><a href="http://www.jodsensibel.info"><img src="http://www.offene-plattform.de/wp-content/uploads/2010/06/butterfly_raster.jpg" alt="Jodsensibel" width="220" height="228" class="alignright size-full wp-image-542" /></a></p>
<p>Das ist gew&ouml;hnungsbed&uuml;rftig. Als Ansprechpartnerin der von mir ins Leben gerufenen <a href="http://www.jodsensibel.info"><strong>Selbsthilfegruppe zur Jodsensibilit&auml;t</strong></a> – der deutschlandweit ersten zu diesem Thema – h&ouml;re ich von Betroffenen, dass ihnen &auml;rztlicherseits bei Hashimoto ein Kombipr&auml;parat verschrieben wurde, das Schilddr&uuml;senhormon plus Jod enth&auml;lt. Dabei kann gerade die Vermeidung von Jod – z.B. durch jodarme Kost – eine Therapiem&ouml;glichkeit sein. Auch bei heilpraktischer Behandlung kommt es vor, dass jodhaltige Kr&auml;uter verschrieben werden wegen der Unterfunktion und dem damit f&auml;lschlicherweise assoziierten Jodmangel.</p>
<p>Obwohl der <strong>Anstieg von Autoimmunerkrankungen der Schilddr&uuml;se</strong> im Zusammenhang mit der Einf&uuml;hrung der „Allgemeinen Jodprophylaxe“ erwartet und auf einem Endokrinologen*-Kongress angek&uuml;ndigt werden konnte, mangelt es an entsprechender medizinischer Fort- bzw. Ausbildung, problembewusster Diagnostik und individuell differenzierter Therapie – ganz zu schweigen von Pr&auml;vention und Bewusstsein f&uuml;r Risikogruppen, obwohl es <strong>alarmierende Zahlen</strong> gibt!<br />
<span id="more-538"></span><br />
Laut &Auml;rzteblatt** wurden 2006/7 bei <strong>dreizehn Prozent (!) der Bev&ouml;lkerung</strong> unentdeckte AIT-spezifische Antik&ouml;rper nachgewiesen. Da reiben sich ProduzentInnen von Schilddr&uuml;senhormon, meistgeschlucktes Medikament in Deutschland, vermutlich die H&auml;nde… Dass die Pharmaindustrie die Aufkl&auml;rung zur Jodsensibilit&auml;t f&ouml;rdert, erwarte ich nicht. Allerdings engagiert sie sich f&uuml;r den <strong>Arbeitskreis Jodmangel</strong>, hierzulande Motor der Jodierung, und seit 2006 f&uuml;r die j&auml;hrliche <strong>Aufkl&auml;rungskampagne zur Schilddr&uuml;sengesundheit</strong>.</p>
<p>Wenn ein Betroffener von der positiven Wirkung einer jodarmen Kost durch eigene Erfahrung &uuml;berzeugt ist und das auf verschiedenen Wegen zugesetzte Jod im Nahrungsangebot konsequent umgehen m&ouml;chte, bedeutet das, dass er oder sie kaum mehr mit oder bei anderen essen (gehen) kann.</p>
<p>Niemand wundert sich wenn ein von Diabetes geplagter Mensch keinen Zucker nimmt und auf seine Kalorien achtet.<br />
Dagegen weiß oder ahnt kaum jemand, wie schnell zutr&auml;gliche Jodmengen durch unsere gew&ouml;hnliche Ern&auml;hrung &uuml;berschritten werden k&ouml;nnen und welche unangenehmen Folgen das bei funktionalen Schilddr&uuml;sen-St&ouml;rungen ausl&ouml;sen kann.</p>
<p><strong>Je nach Lebenssituation</strong> ist Jodvermeidung mehr oder weniger schwierig und bringt zus&auml;tzlichen Stress. Der wiederum soll bei Schilddr&uuml;senproblemen eher vermieden werden. So wird Jodvermeidung zu einer Quadratur des Kreises.</p>
<p>&Auml;rgerlich und frustrierend wird es f&uuml;r Betroffene, wenn sie unterwegs einmal hungrig werden. Trotz des &Uuml;berangebotes an Essbarem findet sich nicht selten nichts, was mit gutem Gewissen einer jodsensiblen Schilddr&uuml;se zuzumuten w&auml;re. Insofern ist es prima zu wissen, was geht und was nicht – aber ohne Alternative zu all dem jodierten Zeug macht es letztlich wenig Sinn.<br />
Es l&auml;uft darauf hinaus, dass man seine Versorgung relativ zeitaufw&auml;ndig voraus schauend planen und vorbereiten muss, was Einkauf und Zubereitung betrifft und sein Essen f&uuml;r den Tag mit sich herumtr&auml;gt.<br />
Verreisen ist in einer jodierten Welt f&uuml;r Jodsensible ein Kapitel f&uuml;r sich.</p>
<p>Die Erkl&auml;rungen anderen gegen&uuml;ber, die noch nie davon geh&ouml;rt haben und dazu neigen, einen f&uuml;r bekloppt zu halten, machen das Leben auch nicht angenehmer.<br />
Alles in allem findet durch Unwissenheit und die einseitige &ouml;ffentliche Warnung vor Jodmangel eine massive soziale Ausgrenzung Betroffener statt, die versuchen der Jodierung zu entkommen.<br />
Dazu tr&auml;gt bei dass maßgebliche Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft f&uuml;r Ern&auml;hrung (DGE) und die <em>Verbraucherzentrale Bundesverband</em> (vzbv) die Jodierung unterst&uuml;tzen bzw. mit den Augen der Betreiber unkritisch betrachten.</p>
<p><span style="font-size:x-small">*Endokrinologie: Lehre von den Hormonen<br />
**Gr&uuml;nwald, Frank; Middendorp, Marcus „Neue Erkenntnisse zu Erkrankungen der Schilddr&uuml;se“ / Dtsch Arztebl 2008</span></p>
<p><strong>Kontakt Kali Balcerowiak</strong><br />
<em>Tel. 030 / 345 32 58<br />
e-mail: jodsensibel_berlin@yahoo.de<br />
homepage: www.jodsensibel.info</em></p>
<p><strong>Ein Vortrag von allgemeinem Interesse von Peter Ferreira</strong><br />
<a href="http://www.videogold.de/faehigkeiten-von-salz-und-wasser/">F&auml;higkeiten von Salz und Wasser</a></p>
<p><strong>Empfehlenswert zum Weiterlesen</strong><br />
Dr.med.M.O.Bruker, Ilse Gutjahr <em>„St&ouml;rungen der Schilddr&uuml;se / St&ouml;rungen, Ursachen, Heilbehandlung, Der Jodsalz Skandal“</em> ISBN-3-89189-062-1 <a href="http://www.emu-verlag.de/product_info.php/products_id/207">mehr&#8230;</a><br />
Ute Aurin <em>„Risiko Jod – Die untersch&auml;tzte Gefahr“</em> ISBN 3-89881-055-0 <a href="http://bewusst-sein.com/master/buch_beschreibungen_einzel_3.php?bix=139">mehr&#8230;</a><br />
Feministisches Frauen Gesundheitszentrum e.V. Berlin (Hg.) <em>„Die Schilddr&uuml;se – Kleines Organ mit großer Wirkung“</em> ISBN 978-3-930766-19-1 <a href="http://www.ffgz.de/02.aktuelles/Pressemitteilungen_und_Stellungnahmen/pm_schilddruese_08.htm">mehr&#8230;</a></p>
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		<title>Sehbehinderte fahren mit dem Auto vor</title>
		<link>http://www.offene-plattform.de/2010/02/28/sehbehinderte-fahren-mit-dem-auto-vor/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 16:02:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsschilderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Behinderung]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Die sog Sonntagsreden der Politiker beinhalten ja mit schöner Regelmäßigkeit auch ein paar Sätze zur Integration von Behinderten in der Lern- und Arbeitswelt. Wie es wirklich darum bestellt ist, bekommt Unsereins in der Regel nicht zu shen, sofern es im Bekannten-, Verwandten- oder Freundeskreis nicht jemand gibt, der behindert ist und berichten kann, wie die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die sog Sonntagsreden der Politiker beinhalten ja mit schöner Regelmäßigkeit auch ein paar Sätze zur Integration von Behinderten in der Lern- und Arbeitswelt. Wie es wirklich darum bestellt ist, bekommt Unsereins in der Regel nicht zu shen, sofern es im Bekannten-, Verwandten- oder Freundeskreis nicht jemand gibt, der behindert ist und berichten kann, wie die Wirklichkeit abseits der Reden der Politiker in dieser Hinsicht aussieht.<br />
Bei <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/">jetzt.de</a> schreibt <em>BananenBill</em> über <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/497796">seine Erfahrungen</a> mit dem Berufsförderungswerk Würzburg. Er hat drei Jahre in dieser Einrichtung verbracht und möchte allen Interessenten entschieden davon abraten, ihre Zeit dort zu vertrödeln. Er hat mit Teilnehmern gesprochen, hat zugehört, als andere weggehört haben. Sein Bericht ist als Weckruf gedacht.<br />
Die Kapitelüberschriften seines Berichtes:</p>
<ul>
Gemeinsam einsam – das BFW als Zwei-Klassen-Gesellschaft<br />
Blinde werden wie Dreck behandelt<br />
Im Grunde wollen sie uns nicht<br />
Wir müssen draußen bleiben<br />
„Niemand wird aufgeschrieben“ – das BFW als totale Institution<br />
Wenn aus Fürsorge Kontrolle wird<br />
Im Auge der Kamera<br />
Niemand hat vor, eine Mauer zu bauen<br />
Der Feind guckt mit<br />
In den 60ern stehen geblieben<br />
Über Tratschtanten und Märchenonkel<br />
Ausbildungen, die keiner braucht</ul>
<p>Eindrucksvoll. Ist das ein Einzelfall?</p>
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		<title>Borderline, Identität und Beziehung</title>
		<link>http://www.offene-plattform.de/2010/01/17/borderline-identitat-und-beziehung/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 08:18:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga Wocker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsschilderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Borderliner]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstheit]]></category>
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		<description><![CDATA[So wie ich bin, mag mich keiner.
Wenn ich mein echtes Ich zeige, zerbricht die Beziehung.
Wenn ich anderen etwas vorspiele, verliere ich mich selbst dabei.
Identität ist ein schwieriges Thema. Wer bin ich, wie soll ich sein, wie sehen mich die anderen, wo ist mein Raum. Fragen, die immer wieder auftauchen und mich phasenweise fast zerrissen haben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>So wie ich bin, mag mich keiner.<br />
Wenn ich mein echtes Ich zeige, zerbricht die Beziehung.<br />
Wenn ich anderen etwas vorspiele, verliere ich mich selbst dabei.</strong></p>
<p><strong>Identität ist ein schwieriges Thema.</strong> Wer bin ich, wie soll ich sein, wie sehen mich die anderen, wo ist mein Raum. Fragen, die immer wieder auftauchen und mich phasenweise fast zerrissen haben. Da scheint es einfacher zu sein, sich an bereits bestehende Identitäten zu halten: Ich bin die Tochter, die sich meine Mutter vorstellt, ich bin die große Schwester, die die Verantwortung übernimmmt, ich bin der gute Kumpel, ich bin Skorpion, also bin ich&#8230;, oder so absurd das auch klingen mag, ich bin Borderliner, also bin ich&#8230; Identität wird so jedoch etwas &#8220;von außen&#8221;, da ich versuche, einer vorgegebenen Schablone zu entsprechen. Das spaltet mich, weil ich mein tatsächliches Ich unterdrücken muss bzw. gar nicht erst entwickeln kann. </p>
<p><strong>Irgendwann machte ich mich auf den Weg</strong> &#8211; zu mir? zu anderen? um mich weiterzuentwickeln? um mein wahres Ich zu finden? den Sinn des Lebens? Ich ging los, auch auf die Gefahr hin, von der Leere und Sinnlosigkeit in mir verschlungen zu werden und bestehende Beziehungen aufs Spiel zu setzen. Ich konnte es nicht ertragen, dass Menschen meine unkomplizierten und pflegeleichten Masken liebten und vor meinem zersplitterten Ich zurückwichen. Es war ein ständiges Versteckspiel, eine Farce, die mich auch in Gesellschaft einsam sein ließ. Echte Beziehungen ließen sich so jedenfalls nicht knüpfen, das war mir klar. </p>
<p><strong>Schwierigkeiten benennnen und nein sagen &#8211; das will ich nicht mehr.</strong><br />
Für mich war das damals besonders mein selbstschädigendes Verhalten, z.B. absolut ungesund essen, meinen Körper ignorieren, überfordern und ausbeuten, mich schneiden, mit Leuten zusammensein, die mich ausnutzen und mich missbrauchen, indem sie mich nur in einer bestimmten Funktion für sich selbst sehen, u.a. die gute Zuhörerin, die immer Zeit und ein offenes Ohr hat, für alles Verständnis aufbringt und je nach Bedarf zur Stelle ist, sprich an- und abgeschaltet werden kann. </p>
<p><strong>Sich Hilfe suchen und ja sagen &#8211; das wünsche ich mir.</strong><br />
Ich musste endlich wissen wer ich bin und Selbstrespekt entwickeln, ich wollte meinenKörper und mein Geschlecht annehmen können, um echte Beziehungen aufbauen und vor allem auch halten zu können. Mein damaliger Therapeut war der erste Mensch, der mir einen Raum nur für mich zur Verfügung stellte und mir die Chance gab, mich darin auszuprobieren und ihn anzufüllen. </p>
<p><strong>Seine innere Mitte zu finden</strong>, eine Basis, auf der man sicher stehen kann ist die Grundlage, um in Beziehung zu einem anderen Menschen zu treten, sei es nun freundschaftlich, partnerschaftlich oder auch einfach im normalen sozialen Umgang. Es bedeutet, dass man für sich einen eigenen Raum hat und auch dem anderen seinen Raum zugesteht. Dieser Prozess war für mich sehr, sehr schwierig, brauchte viel Zeit, ließ mich immer wieder straucheln und in alte Muster verfallen. </p>
<p><strong>Pläne machen und träumen &#8211; das kann ich erreichen.</strong><br />
In einem Erfolgsteamkurs lernte ich Menschen kennen, die mir guttaten, mich unterstützten und ermutigten, ich erkannte meine Fähigkeiten und bisherigen Leistungen, und konnte darauf aufbauend mein Hofprojekt in Angriff nehmen. Besonders die Tiere zeigten mir, dass ich sehr viel beziehungsfähiger bin, als ich selbst je gedacht hatte. Ich hatte genügend Ausdauer und Geduld, um in die Beziehung als Prozess einzusteigen und daran zu arbeiten. Durch diese Bestätigung von außen kam auch in mir etwas in Bewegung. Ein Ermutigungskurs half mir, dieses zerbrechliche, neue Ich zu stärken und zu entfalten. </p>
<p><strong>Bekannte Muster aufbrechen und Entwicklung zulassen &#8211; das kann ich werden.</strong><br />
Ich wollte nicht dabei stehenbleiben, ein Borderliner zu sein, das war nicht meine wirkliche Identität, aber es dauerte Jahre, bis ich mich selbst ernstnehmen und akzeptieren konnte, ein Gefühl für die eigene Mitte entwickelte und aus ihr heraus handelte. Inzwischen verlasse ich mich zunehmend auf meine Intuition und höre auf die innere Stimme. Selbstvertrauen ist für mich ein unglaubliches Geschenk, das im Laufe der Zeit entstand und mir wichtig ist, das ich mir aber auch immer wieder neu erarbeiten und festigen muss. Ich lerne gerade, mein bester Freund zu sein, und auch wenn es nichts Selbstverständliches ist, kann ich mich doch Stück für Stück darauf zu entwickeln. Mein Ich hat einen Raum gefunden und kann endlich sein. </p>
<p><strong>So wie ich bin, bin ich liebenswert.</strong><br />
Wenn ich mein echtes Ich zeige, kann ich echte Beziehungen aufbauen. Menschen, denen ich etwas vorspielen müsste, sind für mich nicht mehr interessant.</p>
<p>Und von einer Sekunde zur anderen kann auch alles wieder wie ein Kartenhaus einstürzen, mein Selbsthass springt mich an und lässt mich fliehen und zweifeln, abstürzen. Ich klopfe mir den Staub von den Kleidern und gehe weiter, meinen Weg.</p>
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		<title>Borderliner</title>
		<link>http://www.offene-plattform.de/2009/04/25/borderliner/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Apr 2009 11:02:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Inga Wocker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsschilderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Borderliner]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[mühelos leben]]></category>
		<category><![CDATA[Verläßlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Borderliner sind total irre, unausgeglichen und anstrengend.
Bei denen wei&#223; man nie, woran man eigentlich ist.
Borderliner sind laut, aggressiv, manipulierend und arrogant.
Bei denen ist jede Therapie für die Katz, lass blo&#223; die Finger weg.
Wer nie eine sichere, stabile Beziehung erlebt und kennen gelernt hat, sondern st&#228;ndig zwischen zu viel N&#228;he und riesengro&#223;er Distanz hin- und her [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Borderliner sind total irre, unausgeglichen und anstrengend.<br />
Bei denen wei&szlig; man nie, woran man eigentlich ist.<br />
Borderliner sind laut, aggressiv, manipulierend und arrogant.<br />
Bei denen ist jede Therapie für die Katz, lass blo&szlig; die Finger weg.</p>
<p>Wer nie eine sichere, stabile Beziehung erlebt und kennen gelernt hat, sondern st&auml;ndig zwischen zu viel N&auml;he und riesengro&szlig;er Distanz hin- und her geworfen wurde, ist im Umgang mit anderen Menschen vorsichtig und misstrauisch, die Angst vor Ablehnung, Zur&uuml;ckweisung oder Missbrauch und Ausgenutztwerden ist gro&szlig;. Schutz bietet eine starke Fassade und selbstsicheres Auftreten, auch wenn es oft nur Maske und Schein ist.</p>
<p>Wer erlebt hat, dass Worte, Bedeutungen, ungesagt Gemeintes und Taten v&ouml;llig verschiedenes sein k&ouml;nnen, der hat zwangsl&auml;ufig sensible Antennen entwickelt, um Unaufrichtigkeit, Tabus, versteckte Botschaften und Befehle aufsp&uuml;ren zu k&ouml;nnen. Oft jedoch sind andere ver&auml;rgert, wenn Themen angesprochen werden, die sie lieber im Dunkeln lassen, wenn auf das reagiert wird, was sie gar nicht gesagt haben, was aber auf anderer Ebene wahrnehmbar ist:</p>
<p>Leute schreien mich mit hochrotem Kopf an, sie seien NIIIEEE AGGRESSIV!!! und eine untereinander v&ouml;llig zerstrittene Vereinsgruppe verstrahlt in jeder Sitzung Harmonie und Einigkeit, weil jeder genau wei&szlig;, welche Themen tabu zu sein haben. St&ouml;re ich nun das Selbstbild vom friedlichen, verst&auml;ndnisvollen Zeitgenossen bzw. der Gruppeneinigkeit, bin ich ruck-zuck der aggressive Borderliner, der Unordnung und Chaos bringt, vorher war alles so friedlich und einfach, war es das? Analog dazu Therapeuten, die nat&uuml;rlich wie jeder andere auch ihre blinden Flecken haben, sich aber meist gleich in ihrem Selbstbild vom &#8220;Therapeuten-&Uuml;ber-Vater&#8221; angegriffen f&uuml;hlen und aus purem Selbstschutz Borderliner als schwierig und therapieresistenz abstempeln, sind sie das?</p>
<p>F&uuml;r mich als Borderliner ist vieles um mich herum unsicher, br&uuml;chig, verwirrend und manchmal auch einfach nur zu viel. Ich brauche Klarheit und Aufrichtigkeit, Menschen, die bereit sind, ihre Wahrheit anzuerkennen und sich nicht wie bei einer Gehirnw&auml;sche gebetsm&uuml;hlenartig die gleichen So-soll-es-sein-S&auml;tze wiederholen, in der Hoffnung, dass sie dadurch richtiger werden. Harmonie, Liebe, Freude kann nicht auf Befehl angeordnet werden, Charakterz&uuml;ge, Probleme, Krisen verschwinden nicht dadurch, dass ich nicht hinsehe, mich nicht damit auseinandersetze oder sie einfach leugne und schwuppdiwupp wegdiskutiere.</p>
<p>Ich kenne meine Schwierigkeiten beim Aufbau und Erhalt von Beziehungen, dass ich lieber fliehe und den Kontakt abbreche, weil ich Angst davor habe, mich auf einen Menschen einzulassen. Ich wei&szlig;, dass ich aggressiv und impulsiv sein kann, dass ich andere mit meiner Art verletze oder kr&auml;nke, dass Offenheit und Klarheit wehtun k&ouml;nnen und vielleicht alte Wunden aufrei&szlig;en. Ich arbeite an mir, ich verstecke diese Schwierigkeiten nicht, und ich weiche nicht wie so viele &#8220;Normale&#8221; auf verdeckte Kampfmethoden aus, die genauso gemein und brutal sind, sich aber leichter vertuschen lassen und als &#8220;Missverst&auml;ndnis&#8221; weggeredet werden k&ouml;nnen. Im Zweifelsfall ist es nat&uuml;rlich am einfachsten, denjenigen auszuschlie&szlig;en oder zu diffamieren, der im Grunde genommen nur die &#8220;Nacktheit des Kaisers&#8221; festgestellt hat.</p>
<p>Borderliner haben wie jeder andere Mensch auch etwas zu geben und sind besondere Menschen. Ich kann sicher nicht f&uuml;r alle sprechen, aber ich z.B. bin kreativ, habe viele Ideen und laufende Projekte, ich bin begeisterungsf&auml;hig und spontan, mitrei&szlig;end und hilfsbereit. Ich kann Verantwortung &uuml;bernehmen und bin zuverl&auml;ssig, und meine Aggressivit&auml;t ist oft auch eine enorme positive Kraft, die mich vorw&auml;rtsbringt und Klarheit schafft. Vielleicht reicht das nicht, um in der Welt als vollwertiges Mitglied anerkannt zu werden, aber ich brauche dieses kleine Gegengewicht, wenn ich durch Vorurteile und pauschale Ablehnung w&uuml;tend und hilflos bin, damit ich meine Bestimmung nicht aus den Augen verliere und gerade als Borderliner die Welt ein bisschen sch&ouml;ner mache.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mühelos leben und arbeiten &#8211; geht das?</title>
		<link>http://www.offene-plattform.de/2009/04/21/muhelos-leben-und-arbeiten-geht-das/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 20:14:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Seraphina</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsschilderungen]]></category>
		<category><![CDATA[Mühelos leben, lernen, arbeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Achtsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[arbeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Bewusstheit]]></category>
		<category><![CDATA[lernen]]></category>
		<category><![CDATA[mühelos leben]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin Seraphina, Mitte 40 und lebe in einer Gro&#223;stadt. Mein Leben lang habe ich mich angestrengt, eine gute Tochter, Mutter, Ehefrau, Arbeitnehmerin zu sein, mit dem Ergebnis, mich ausgebrannt und leer zu f&#252;hlen.
Daraufhin habe ich eine Reise zu mir selbst angetreten und bin auf neuen Wegen unterwegs. Mit dem Ziel, m&#252;helos zu leben und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin Seraphina, Mitte 40 und lebe in einer Gro&szlig;stadt. Mein Leben lang habe ich mich angestrengt, eine gute Tochter, Mutter, Ehefrau, Arbeitnehmerin zu sein, mit dem Ergebnis, mich ausgebrannt und leer zu f&uuml;hlen.<br />
Daraufhin habe ich eine Reise zu mir selbst angetreten und bin auf neuen Wegen unterwegs. Mit dem Ziel, m&uuml;helos zu leben und zu arbeiten.<br />
Ich habe Autoren gefunden z. B. Jacob Liberman, die den Weg dahin beschreiben.<br />
Ich w&uuml;rde mich &uuml;ber einen Erfahrungsaustausch mit anderen &uuml;ber dieses Thema freuen und es als bereichernd empfinden, das erworbene Wissen lebendig werden zulassen.</p>
<p>Meine ersten &Uuml;bungen auf dem Weg zum m&uuml;helosen Leben sind das Praktizieren von Achtsamkeit, das Herausfinden der Triebfeder meines Handelns.</p>
<p>Ich habe gelesen, dass m&uuml;heloses Lesen so gehen soll:<br />
- leicht im eigenen Rhythmus atmen<br />
- entspannen<br />
- lineares Denken loslassen<br />
- offenes Denken<br />
- Bewusstheit, um zu merken, wenn ich wieder in alten Mustern bin und dies dankbar annehmen<br />
- zu wissen, das da mehr in mir ist als nur der lineare Verstand</p>
<p>Ein Erlebnis hatte ich zum m&uuml;helosen Lesen, so dass ich eine Ahnung davon bekommen habe, was der Autor meinen k&ouml;nnte.<br />
Im Urlaub hatte eine Mitreisende Ihr Unterrichtsmaterial mit dabei. Das Thema interessierte mich und wir tauschten uns dar&uuml;ber aus. Ich bat Sie, mir Ihre Unterlagen zum Nachlesen zu &uuml;berlassen. Ich setzte mich an einen sch&ouml;nen Ort und vertiefte mich 2 Stunden in ein Skript mit ca. 80 Seiten und in ein Buch mit ca. 150 Seiten.<br />
Ich las diesmal anders. Indem ich bl&auml;tterte und wenn mich &Uuml;berschriften oder W&ouml;rter ansprangen, dann erst vertiefte ich mich. Nebenbei machte ich mir Notizen. Irgendwann hatte ich das Gef&uuml;hl, jetzt ist es genug und h&ouml;rte auf zu lesen. Ich gab meiner Mitreisenden die Unterlagen zur&uuml;ck, die sie bis dahin noch nicht gelesen hatte. Sie wollte meine Meinung wissen. Ich fing an zu erz&auml;hlen und merkte, dass ich ihr einen kleinen Vortrag &uuml;ber das Wesentliche des Themas hielt. Hinterher stellte ich f&uuml;r mich fest, das mir das Studium des Materials und auch der &#8220;Vortrag&#8221; leicht gefallen waren, m&uuml;helos.</p>
<p>Mich interessiert, ob jemand Erfahrung mit dem Thema gemacht hat und dar&uuml;ber berichten m&ouml;chte. Au&szlig;erdem interessiert mich, ob sich dies auf andere Bereiche &uuml;bertragen l&auml;sst, z. B: Beruf, Pr&uuml;fung.<br />
Beim St&ouml;bern im Web zu diesen Themen, habe ich ein sehr interessantes Blog von Georg Helmut mit dem Titel <a href="http://anders-leben-wollen.blogspot.com/">„Anders leben wollen“</a> gefunden.</p>
<p>Ich freue mich auf R&uuml;ckmeldungen.<br />
Liebe Gr&uuml;sse<br />
Seraphina</p>
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