Autor: Erika Knobloch


Über Erika Knobloch

Dresden; *1941, verheiratet, eine Tochter. Zuerst als Schaltmechanikerin in Leistung gearbeitet, dann Erwachsenenqualifizierung zum Handelskaufmann, verschiedene Zusatzlehrgänge besucht. 25 Jahre bei der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen, Standort Dresden, gearbeitet und ehrenamtlich (bis heute) in der Hauptschwerbehindertenvertretung des Sächsischen Sozialministeriums. Altersrentnerin. Durch Arthrose in beiden Hüften und Knien seit jungen Jahren gehbehindert. Viele Hobbys: Lesen, Schreiben, Gärtnern, Fotografieren, Schwimmen, in die Sauna gehen, in der Jugend auch Zeichnen. Für das Chorsingen muss man leider stehen können.

Meine Tochter heiratet

Meine Tochter heiratet

Alleinstehend sein, ne tolle Sache.
Niemand brauchst Du fragen, wann?
ohne Sorgen, kein Gemache
was Du tust ist richtig dann.

Doch Du bist allein geblieben,
keiner fragt Dich: “Mensch, wie geht’s?”
Du hast Dich nicht aufgerieben,
denn Du warst allein ja stets.

Ach, ein Mensch bleibt nur alleine,
wenn der Mut ihn ganz verlässt.
Immer sucht der Mann die Seine
und sie ihn und das ist jetzt.

Nur gemeinsam kann man’s schaffen
weil man nicht alleine ist.
Keine Leere wird Dich treffen,
weil Dein Leben sinnvoll ist.

Denn der Mut zum Eheleben
zahlt sich aus, das glaube mir.
Niemals ist die Ehe eben.
Schwer ist schon das “Ich” zum “Wir”.

Doch die vielen schönen Jahre,
die gemeindam man verlebt
von der Hochzeit bis zur Bahre
lohnen sich, dass man sie erlebt.

Außerdem: den kleinen Peter,
den hat schließlich auch nicht jeder.
Mag er Euch vor allen Dingen
immer recht viel Freude bringen.

Wir wünschen unserem jungen Paar
Glück und Gesundheit jedes Jahr.
So lasst uns jetzt die Gläser heben.
Das junge Brautpaar, hoch soll es leben.

(Erika Knobloch)

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Endlich – mein Behindertenparkplatz direkt vor meiner Haustür

Inzwischen habe ich nicht nur den neuen blauen Ausweis zur Parkerleichterung, sondern auch einen mit Rollstuhlzeichen gekennzeichneten Parkplatz gleich vor meinem Wohnhaus. Das ist eine sehr große Erleichterung für mich. Nun habe ich vor dem kommenden Winter mit Schnee und Glatteis nicht ganz so viel Angst, wie in der vergangenen Zeit. Mitunter musste ich weit weg vom Wohnhaus parken. Als behinderter Mensch fragt man sich, warum dauert es so lange, bis man Hilfe bekommt.
Was nützen uns Gesetze, wenn deren Umsetzung, wie in meinem Fall 12 Jahre dauert.

(siehe auch: Mit der Behinderung lernt man im Laufe der Zeit zu leben – nicht aber mit Ausgrenzung und Ignoranz)

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Peter wird 1 Jahr alt

Peter wird 1 Jahr alt

Seht einmal, da steht er.
Das ist unser Peter.
Kaum zu glauben, aber wahr.
Peter wird nun schon 1 Jahr.
Rasend ist die Zeit vergangen
und vorbei ist manches Bangen.
Peter lernt sitzen, stehen.
Jetzt versucht er sich im Gehen.
Kann die ersten Worte sagen
und auch manchmal Dummheit wagen.
Er kann lachen, weinen, singen
und greift schon nach schönen Dingen.
Fernbedienung, Ring und Telefon
begeistert ihn seit langem schon.
Bekommt er sie nicht, gibt es Theater,
da hilft manchmal Paul, der Kater.
Diesen liebt er heiß und kräftig.
Paul, dem ist das oft zu heftig.
Ja, so ist der Peter eben.
Wir wünschen ihm viel Glück im Leben.

(Erika Knobloch

(und auch der Webmaster wünscht alles Gute! :-) )

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Ich will leben

Ich will leben

Ich will leben und erleben,
Dich meine Welt, den Sonnenschein.
Mit vollen Händen will ich geben,
auch nehmen und stets fröhlich sein.

Aus tiefsten Herzen will ich lieben
das Liebenswerte auf der Welt
Enttäuschung soll mich nicht betrüben,
sie ist wie ich ein Teil der Welt.

Und wenn es gilt, dann will ich trauern,
die Trauer weckt das Leben neu.
Krankheit und Tod muss ich bedauern,
auch wenn ich mich des Lebens freu.

Ich will das Leben mir betrachten
nie durch den rosaroten Schein
und die die Erde schöner machten,
soll’n stets von mir bewundert sein.

So will ich lieben und erleben
Dich, bunte Welt den Sonnenschein.
Bis mich der Tod einst trennt vom Leben
möcht ich ein ganzer Mensch hier sein.

(Erika Knobloch)

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Herbst

Herbst

Herbst_4, by Carola Gasser

Der eine hinkt und der andere hat Trauer.
So mancher hat Krebs und lebt nur auf Dauer.
Ein Mann sieht schlecht, die Frau da ist stumm.
So viele Menschen hält man heute für dumm,
nur weil sie schwach sind und einfach nichts sagen.
Vielleicht sind sie behindert und wollen nichts wagen,
Ihr Körper ist krank, die Umwelt reagiert rüde.
Es fehlt ihnen Kraft, sich zu wehren macht müde.

Für alle ist Herbst, es fallen die Blätter.
He, ihr Gesunden, seid zu uns etwas netter.
Auch wir wollen leben und gut existieren,
nicht chancenlos irgendwo hinvegetieren.
Sehr oft bleibt uns nur gefährliche Balance.

Wir bitten Euch deshalb, gebt uns eine Chance.

(Erika Knobloch)

Foto: © Carola Gasser; by Colina-Fotoblog

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Das Lied vom Drachen

Das Lied vom Drachen

Drachen, bunter, fliege
bis ans Himmelszelt.
In den Lüften wiege Dich,
wenn Dir’s gefällt.

Clown der Lüfte

Steige rauf und runter
wie der Wind Dich treibt.
Hüpfe froh und munter,
dass kein Kind mehr weint.

(Erika Knobloch)

Foto: by pixelio.de

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Dein Lachen

Dein Lachen

Dein Lachen mein Kind ist das Schönste für mich,
Es entschädigt alle Mühe ohne Frage.
Wenn Du lachst, mein Kind scheint die Sonne durch Dich
und sie scheint für mich alle Tage.

Es ist herrlich, wenn man Dich lachen sieht.
Es ist wie ein Wunder, ich find!
Es ist, als ertöne ein Frühlingslied,
immer, wenn Du lachst, mein Kind.

(Erika Knobloch)

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Peter’le

Guten Morgen kleines Wunder, endlich bist Du auf der Welt.
Schaust uns an vergnügt und munter, wenn man Dich in den Armen hält.
Wir haben Dich in vielen Jahren ja so sehr herbeigesehnt,
manchen Kummer auch erfahren, doch jetzt bist Du unser Held.
Bringst natürlich Turbulenzen, vor allem wohl für die Mama.
Da fehlt alle Zeit zum Schwänzen, doch Papa ist auch noch da.
Und wenn’s klemmt, sind wir zur Stelle, glückliche Oma, stolzer Opa.
Unser Peter ist ganz schön helle, natürlich sind wir für ihn da.
Flasche geben, Windeln wechseln, meistens ist er dabei brav,
mit ihm spaßen, Worte wechseln dann überkommt ihn wieder Schlaf.
Ja, Du süßer kleiner Peter und jetzt lächelst Du schon so schön.
Noch kennst Du kein Donnerwetter, keine Tiefen keine Höh’n.
Bist ein ganzes Stück gewachsen, zugenommen hat Dein Gewicht.
Und Du lebst im schönen Sachsen. Alles Gute, kleiner Wicht.

Erika Knobloch

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Meine Katze

Meine Katze

Nein, es ist nicht meine Katze,
doch sie geht mir nicht aus dem Sinn.
Denn sie kommt mit leichter Tatze
an mein Küchenfenster hin.

Natürlich will sie nur das Eine
etwas zum Fressen bitte sehr.
Sie tänzelt schmeichelnd um die Beine
und meint damit, ich will noch mehr.

Vielleicht will sie mir auch nur sagen,
ich dank dir schön, das war sehr gut.
Du könntest wieder so was wagen.
Nur vor den Blumen bin ich auf der Hut.

Sie sitzt dann schweigend da am Fenster
und schaut mich dabei einfach an.
Glaubst du, liebe kleine Katze,
dass ich dein Schicksal ändern kann?

(Erika Knobloch)

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Bewilligung einer Parkerleichterung – Ich gebe nicht auf!

Dresden, 01.03.2010

Erika Knobloch
xxxxxxxx
xxxxxxxx
xxxxxxxx

An die Geschäftsleitung
des Sozialverbandes Dresden
Schwerbehinderteneigenschaften
Junghansstraße 2
01277 Dresden

Ihren Teilabhilfebescheid nach §85 des Sozialgerichtsgesetzes vom 25.01.2010
und erneute Ablehnung meines Antrages auf Bewilligung einer Parkerleichterung

Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst möchte ich den mir zugesandten noch ausstehenden Kurzantrag G 12/5002335375 an Sie ausgefüllt zurück senden.
Ich bin, was Ihrer Dienststelle seit Jahren bekannt ist, seit ca. 30 Jahren aufgrund eines angeborenen Hüftleidens schwerbehindert. Mein Pkw ist die einzige Möglichkeit einer selbständigen Fortbewegung für mich.
Ich bin jetzt zu 100 Grad schwerbehindert und man muss schon ein Lebenskünstler sein, mit derartigen sehr schmerzhaften und persönlich einschränkenden Behinderungen zu leben. Meine Artikel über dieses Thema sind im Internet unter www.offene-plattform.de/author/erikaknobloch zu finden und können von Ihnen nachgelesen werden.
Man müsste meinen, dass in unserer christlich orientierten Gesellschaft die zuständigen bezahlten Behörden schnell und unkompliziert schwerbehinderten Menschen in ihrem schweren Los helfen. Viele Dienststellen handeln schon so, was ich von meiner jahrelangen Tätigkeit als ehrenamtliche Schwerbehindertenfrau bestätigen kann.
Offensichtlich hat sich dieser ethische Grundsatz bei ihnen noch nicht herumgesprochen, oder ihre Mitarbeiter handeln gleichgültig. Wie anders kann man sich erklären, dass meine Anträge auf eine für mich lebensnotwendige Parkerkleichterung seit 1999 aufgrund Ihrer Angaben immer wieder abgelehnt werden. Auch die Anträge auf den sogenannten „Sachsenerlass“ (seit 01.09.1999 Gültigkeit in ganz Deutschland) wurden mit dem letzten Bescheid vom 23.02.2010 das 4. Mal abgelehnt.
Ich fühle mich nicht nur ungerecht behandelt und immer mehr in die Isolierung gedrängt, sondern regelrecht diskriminiert, zumal die Parksituation in Dresden problematisch ist. Außerdem fehlt bei dem Teilabhilfebescheid vom 25.01.2010 die einzelne prozentuale Aufschlüsselung, nach der Sie ja meinen Antrag an das Ordnungsamt DD abgelehnt haben.
Ich bitte um baldige Hilfe und Antwort mit dieser Aufschlüsselung an mich und nachrichtlich an die Dienststelle des VdK Kreisverband Dresden, Breitscheidstr. 38 in 01237 Dresden.

Mit freundlichen Grüßen
Erika Knobloch

Update 19.06.2011 (vom admin):
Es hat doch noch geklappt – Frau Knobloch hat endlich die Parkerleichterung bekommen – siehe hier: Hurra, ich habe das Merkzeichen “aG”

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Mein Auto, oder die Freiheit der Selbstständigkeit

Wenn ich in meinem Nissan sitze,
dann fühl ich mich so herrlich frei.
Auch wenn ich manchmal dabei schwitze,
im Straßenverkehr bin ich dabei.

Auf einmal öffnet sich die Enge,
die so mein Leben mit sich bringt.
Und es verschwinden alle Zwänge,
die die Behinderung mir aufzwingt.

Denn ich kann selber frei entscheiden
Mit wem ich fahre, wohin ich will.
So ist mein Auto mein Gefährte
und bringt mich an´s gewünschte Ziel.

Natürlich muss das funktionieren.
Mein Nissan fährt nicht selber fort.
Am Klang vom Motor kann ich´s spüren.
Es bringt mich pannenfrei zum Ort.

So kann ich der Behinderung trotzen,
ich bin da unabhängig mit dabei
mein Auto wird mich sicher lotsen
und ich bin so unendlich frei.

(Erika Knobloch)

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Eine Parkerleichterung würde mir zu mehr Lebensqualität verhelfen

Ich hatte aus der Not heraus (konnte meinen kurzen Arbeitsweg von 2 km nicht mehr laufen!) mit 57 Jahren noch einmal Fahrstunden genommen, nachdem mein Antrag auf finanzielle Unterstützung für den Erwerb eines eigenen PKW als Schwerbehinderte genehmigt war. Bis dahin war ich durch meine immer schlechter werdende Gehfähigkeit (ich brauche seit ca. 19 Jahren eine Unterarmstütze beim Laufen) auf die Mitnahmebereitschaft von sehr netten Kollegen oder auf ein teures Taxi angewiesen. Klappte das nicht, konnte ich weder einkaufen, noch meinen ehrenamtlichen Pflichten nachgehen. Dasselbe galt auch für alle Dinge des persönlichen Bereichs. Mein Mann half, wo er konnte aber er war Schichtarbeiter. So musste z.B. manchmal meine, ebenfalls auf Hilfe angewiesene Mutter oder meine rollstuhlfahrende Schwiegermutter umsonst warten, was mich wiederum psychisch sehr belastete.

Das Auto zu bekommen und selbst zu fahren, war für mich daher ein unbeschreibliches Glück. So empfinde ich auch noch heute. Aber was nützt das, wenn kein Parkplatz in der Nähe des Zielortes ist. Ich bin darauf angewiesen, dass die zurückzulegenden Wege möglichst kurz sind. D. h. ich benötige Parkmöglichkeiten in der Nähe des Zielortes, den ich erreichen will. Gibt es dort keine Parkmöglichkeiten, dann brauche ich gar nicht erst loszufahren oder ich verzichte von vornherein darauf, diesen Ort anzusteuern. Mit Parkerleichterung wäre ich also viel beweglicher.

Ich habe zwar fahren, einparken und schimpfen gelernt, aber ich musste auch lernen, dass das »Kämpfen« für mich noch lange nicht zu Ende war. Denn was nutzte das beste behindertengerechte Auto, wenn ich zu weite Wege vom Parkplatz habe, oder wie es mir oft passiert, dass jemand zu dicht beim Parken ans Auto heran fährt und ich nicht einsteigen kann. Ich kann leider nicht mit meinen mehrfach operierten und implantierten Hüften wie ein Gesunder einsteigen, sondern muss beide Beine »hineinheben«. Dazu aber braucht man genügend Platz, um das auch zu können. Wenn ich zugeparkt bin, passiert es mir sehr oft, dass ich Fremde bitten muss, mir doch einmal das Auto herauszufahren. Diese Hilfe muss man aber erst mal finden. Bis jetzt hatte ich Glück, dass keiner einfach mit meinem Auto davon gefahren ist.

1999 habe ich das erste Mal beim Ordnungsamt einen Antrag auf eine Parkerleichterung gestellt, weil ich der Meinung war, dass ich mit damals 80 Prozent Behinderung und dem Merkzeichen »G« (erhebliche Körperbehinderung) doch eigentlich eine Parkerleichterung erhalten sollte. Dem war aber nicht so. Heute habe ich 90 Prozent Behinderung und die Merkzeichen »G« und »B« (Begleitperson beim Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel) aber eine Parkerleichterung habe ich immer noch nicht.

Ich weiß heute, dass es nicht die Schuld des Ordnungsamtes in Dresden ist, sondern dass es gesetzliche Bestimmungen gibt, auf die sich die Mitarbeiter berufen. In denen heißt es, dass man mindestens oberschenkelamputiert oder querschnittsgelähmt sein muss, um das »aG« und damit die Parkerleichterung zu erhalten. Aber lassen sich Einzelschicksale wirklich in vorgefertigte Schubladen packen? Muss man nicht viel mehr berücksichtigen, welchen Zugewinn an Lebensqualität und wieder gewonnene Selbstständigkeit der betreffende Mensch erhalten könnte und müsste man nicht darauf die jeweilige Entscheidung begründen?

Jeder Arztbesuch, Einkauf, Friseurbesuch, Termin bei der Physiotherapie, gesellschaftliche Ereignisse wie Vereinsleben, Teilnahme an einem Arbeitskreis, Besuch von Messen oder z.B. schon der Weg zum Briefkasten sind für mich bereits seit ein paar Jahren nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Eine Parkerleichterung wäre daher für mich eine sehr große Hilfe und würde mir wieder mehr selbstbestimmtes Leben ermöglichen und meine Lebensqualität verbessern.

Ich möchte gern die Möglichkeit nutzen, mich hier im Internet zu diesem Thema mit anderen Betroffenen auszutauschen. Vielleicht kann ich über diesen Weg den einen oder anderen nützlichen Hinweis bekommen oder es gibt Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind und hier mitlesen. Dann freue ich mich sehr über Kommentare hier im Blog.

Erika Knobloch, Dresden

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Betroffen

Betroffen

Du sprachst über vieles in lebhaften Worten,
mal nahmst Du Anteil, das andere Mal nicht.
Was Du auch tatest an verschiedenen Orten.
Du warst mittendrin, das gab Dir Gewicht.

Erlebt hast Du viel, wer mag das bestreiten.
Du sahst manches kommen und gehen danach.
Das meiste ist messbar in endlosen Weiten
und jedes Ding hat ein Weh und ein Ach.

Du hast das erlebt und das bleibt auch bestehen
wenn vieles sich ändert, was Du kanntest bisher.
Denn alles wird anders, bist Du betroffen.
Auf einmal verstehst Du die Welt hier nicht mehr.

Dann siehst du sie plötzlich mit anderen Augen,
sie ändert sich nicht, nur wegen Dir.
All Deine Erkenntnisse werden nichts taugen,
der Himmel bleibt ruhig, der Grund unter Dir.

Doch Du bist berufen, Dein Leben zu leben.
Man wirft das nicht weg, was man einmal erhielt.
Und ist es zuende und Du wirst gerufen
machts andere betroffen. Es bleibt nur Dein Bild.

(Erika Knobloch
entstanden 1995 nach erneuter Hüftoperation
)

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Ich bin schwerbehindert

Ich bin schwerbehindert

Ich bin schon manches Mal gestorben.
Man gab mir schon den Todesstoß.
Doch immer fand ich neu erworben
Die Kraft zum Aufstehen, sie ist groß.

Nun scheitere ich zwar hin und wieder
an meinerUmwelt, auch an mir.
Die Schmerzen zwingen mich darnieder,
das Schlimme, niemand glaubt es mir.

Ich spür das Gute und das Schlechte
Und bangend hebe ich mein Haupt.
So sinnlos sehe ich meine Rechte,
wer fragt danach, was ist erlaubt.

Wer fragt nach menschlichen Beschwerden
bei Arbeitslosigkeit, Verdruss.
Was soll aus meiner Zukunft werden,
wenn ein Gesunder gehen muss.

Doch ich kann atmen, fühlen, sehen.
Vor allem, ich bin mittendrin.
Auch Schlimmes wird einmal vergehen.
Wann kommt für mich der Hauptgewinn?

(Erika Knobloch
geschrieben 1992
nach dem ersten Hüftimplantat und langer Krankheit
)

Erika Knobloch

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52 Dienstage: Arthrose in den Hüften, den Knien und in den Armen, der Kern ist noch gut

Der folgende Text ist ein Auszug aus dem Buch “52 Dienstage – Ein Frauentagebuch”, geschrieben von 51 Frauen (und einem Ehemann) an 52 Dienstagen des Jahres 2005.
Herausgeber ist der Verein Lebendiger Leben! e.V., bei dem Sie das Buch erwerben können.

Geschrieben am 11. Januar 2005

Es ist 6.15 Uhr. Mein obligatorischer Wecker in Gestalt meines Mannes ruft mich zum Frühstück. Seine Stimme klingt ungeduldig. Kaffee machen ist für ihn als Frühaufsteher seine Aufgabe, seitdem wir Rentner sind. Mir ist das einfach zu früh, zumal ich häufig erst spät ins Bett komme. Diese wenigen Stunden schlafe ich intensiv, bei l&auml,ngerem Liegen habe ich Schmerzen in den Schultern, den operierten Hüften (Endoprothesen), den taub werdenden Händen und den Knien.

Na ja, mein Orthopäde formulierte das Anfang Januar 2005 mit den Worten: “Sie haben Arthrose in den Hüften, den Knien und in den Armen, der Kern ist noch gut. Und damit müssen sie leben.”

Schön, weiß ich ja, trotzdem bekomme ich nur sechs Behandlungen pro Quartal, es sei denn, ich wäre privat versichert. Bin ich aber nicht, könnte ich mir auch trotz 45 Arbeitsjahren nicht leisten. So kommt Privatbezahlung für Massagen usw. auch nicht in Frage. Das Geld langt gerade für Sauna und Schwimmen, bin doch kein Krösus. Wenn ich mehr Geld hätte, würde es meine arbeitslose Tochter bekommen, damit sie nicht gar so rechnen muss oder man könnte öfters spenden, z. B. für Kinder und Behinderte.

Jetzt habe ich auch gespendet für die Tsunami-Opfer in Asien. Da gab es gar kein Nachdenken. Wir haben das Hochwasser von 2002 nur allzu gut in Erinnerung. Wir hatten keinen Strom, und das Wasser reichte bis an unser Wohnhaus. Der Keller war überschwemmt, und auf der Straße fuhren Boote. Die Angst war groß. Trotzdem meine ich: Wir leben gut. Wir Behinderte können frei entscheiden, uns in unserem Land frei bewegen. Kein Hitler verfolgt uns oder merzt uns als “unwertes Leben” aus. Wir können am öffentlichen Leben teilnehmen, trotzdem gibt es Barrieren. Unsere Rechte sind sogar im Grundgesetz verankert. “Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden”, heißt es im Art. 3 des Grundgesetzes.

Es gibt eine Menge Gesetze, die die Einstellung von arbeitsfähigen Behinderten regeln. Betriebe und Einrichtungen in Sachsen müssen sogar 5 Prozent Behinderte pro Gesamt-Personal einstellen oder eine Art Strafe zahlen. Aber die zahlen lieber. Behinderte einstellen ist für sie ein zu großes Risiko, weil man denen schlecht kündigen kann.

Gut, dass ich das hinter mir habe, aber was wird mit den vielen anderen mit ihren Existenznöten, dem Bedürfnis nach Arbeit, nach etwas Freundlichkeit und Anerkennung? Wo bleibt ihre Chance auf ein selbstständiges und sinnvolles Leben in einer Zeit, wo schon gesunde junge Menschen arbeitslos sind.

Helen Keller [http://de.wikipedia.org/wiki/Helen_Keller], die erste blind-taubstumme Akademikerin der Welt, hatte diese Chance. Sie hatte reiche Eltern, eine sich aufopfernde Lehrerin und viel Glück. Aber, wer hat das schon?

Auch unser Verein muss sparen. Nun haben wir keine bezahlten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen mehr und versuchen uns so recht und schlecht in unserem kleinerem Büroraum “über Wasser” zu halten. Die Stadt hat kein Geld für unseren Verein. Das Geld wird für “Wichtigeres” gebraucht.
Wir behinderten Frauen mit unseren Wünschen und unserem “Recht” auf Leben sind nicht wichtig genug. Dabei gibt es in Deutschland so viele Großverdiener und Geld im Überfluss. Der bekannte Sänger Udo Jürgens verdient auch viel Geld, aber vielleicht versteht er das, was er u. a. singt: “Wir könnten den Hunger schon heilen, nur müsste man besser verteilen.” Wie wahr!

Autorin: Erika Knobloch, Dresden; *1941, verheiratet, eine Tochter. Zuerst als Schaltmechanikerin in Leistung gearbeitet, dann Erwachsenenqualifizierung zum Handelskaufmann, verschiedene Zusatzlehrgänge besucht. 25 Jahre bei der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen, Standort Dresden, gearbeitet und ehrenamtlich (bis heute) in der Hauptschwerbehindertenvertretung des Sächsischen Sozialministeriums. Altersrentnerin. Durch Arthrose in beiden Hüften und Knien seit jungen Jahren gehbehindert.
Viele Hobbys: Lesen, Schreiben, Gärtnern, Fotografieren, Schwimmen, in die Sauna gehen, in der Jugend auch Zeichnen. Für das Chorsingen muss man leider stehen können.

Weitere Beiträge:

30. August 2005 – Autorin: Simone Walter veröffentlicht bei nicoleengelhardt.de
8. März 2005 – Autorin: Anja Damme veröffentlich bei Blogpatenschaften.de
15. Februar 2005 – Autorin: anonym veröffentlicht bei Die Göre lebt – Blog zu 7 Beruf(ung)en

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