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Ich bin schwerbehindert

Ich bin schwerbehindert

Ich bin schon manches Mal gestorben.
Man gab mir schon den Todesstoß.
Doch immer fand ich neu erworben
Die Kraft zum Aufstehen, sie ist groß.

Nun scheitere ich zwar hin und wieder
an meinerUmwelt, auch an mir.
Die Schmerzen zwingen mich darnieder,
das Schlimme, niemand glaubt es mir.

Ich spür das Gute und das Schlechte
Und bangend hebe ich mein Haupt.
So sinnlos sehe ich meine Rechte,
wer fragt danach, was ist erlaubt.

Wer fragt nach menschlichen Beschwerden
bei Arbeitslosigkeit, Verdruss.
Was soll aus meiner Zukunft werden,
wenn ein Gesunder gehen muss.

Doch ich kann atmen, fühlen, sehen.
Vor allem, ich bin mittendrin.
Auch Schlimmes wird einmal vergehen.
Wann kommt für mich der Hauptgewinn?

(Erika Knobloch
geschrieben 1992
nach dem ersten Hüftimplantat und langer Krankheit
)

Erika Knobloch

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Informationen zur Autorin/zum Autor

Dieser Artikel wurde am 05.September 2009 von Erika Knobloch geschrieben.
Dresden; *1941, verheiratet, eine Tochter. Zuerst als Schaltmechanikerin in Leistung gearbeitet, dann Erwachsenenqualifizierung zum Handelskaufmann, verschiedene Zusatzlehrgänge besucht. 25 Jahre bei der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen, Standort Dresden, gearbeitet und ehrenamtlich (bis heute) in der Hauptschwerbehindertenvertretung des Sächsischen Sozialministeriums. Altersrentnerin. Durch Arthrose in beiden Hüften und Knien seit jungen Jahren gehbehindert. Viele Hobbys: Lesen, Schreiben, Gärtnern, Fotografieren, Schwimmen, in die Sauna gehen, in der Jugend auch Zeichnen. Für das Chorsingen muss man leider stehen können.
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3 Antworten zu Ich bin schwerbehindert

  1. Guten Tag,

    selbst schwerbehindert lese ich öfters im Internet über Schwerbehinderungen.
    So bin ich auf diese Seite gestossen.

    Im Verlauf meines Lebens mit meiner Schwerbehinderung bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass schwerbehinderte Menschen zu Lösungsfindungen beitragen. So nähert sich die Menschheit einem besseren Leben.

    Alles Gute, Wolfgang.

  2. Niemand, der gesund ist, kann sich vorstellen, wie schwer das Leben sein muss, wenn man schwerbehindert ist. Ich bewundere Menschen, die statt verbittert zu sein, so starke, gute Menschen werden und sich immer wieder aufraffen und motivieren. Toll, dass du es dann noch schaffst, ehrenamtlich zu arbeiten, Wahnsinn!
    Es müsste endlich überall integrative Schulen geben, damit wir “Gesunde” lernen, mit Kranken normal umzugehen. Ich wünsch Dir von ganzem Herzen den Hauptgewinn! Alles Gute, Birgit

  3. Lieber Wolfgang, vielen Dank für das Interesse an meinem Bericht. Ich bemühe mich schon seit Jahren (bis 2007 aktiv ehrenamtlich, jetzt nur noch Vereinstätigkeit) für die Belange von schwerbehinderten Menschen. Auch wenn man nur wenig erreicht, ist das besser, als sich passiv in sein Schicksal zu ergeben. Ich wünsche alles Gute, frohe Weihnachten und ein gesundes Neues Jahr 2010.

    Liebe Birgit, ich bedanke mich für die Antwort auf meine Zeilen. Es ist nicht einfach mit Behinderung zu leben, aber man muß wie jeder andere Senior das Beste daraus machen. Ich finde es gut, aktiv mitzuwirken das Behinderte es leichter haben, in unserer Gesellschaft zu leben. Das Problem ist, dass es noch viel zu viel Barrieren gibt, die das sehr oft in Frage stellen. Eine frohe Weihnacht und alles Gute für das Jahr 2010 wünscht Erika Knobloch.

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