Geht es? – es geht auch ohne Geld
| 5. Februar 2009 | Veröffentlicht von Hans unter Allgemein |
Was macht man mit Büchern, die man gelesen hat und die man wahrscheinlich nie wieder lesen wird? Oder die man geschenkt bekommt, aber nie lesen will? Wegwerfen, verschenken, verkaufen, auf dem Dachboden oder im Keller verstauben lassen? Es gibt auch noch andere Möglichkeiten.

In Bonn gibt es drei sog. Büchervitrinen (siehe Foto). Dort kann Jeder Bücher einstellen und man kann sich diese Bücher dann mitnehmen (und dann auch wieder zurück bringen). Einstellen mache ich mehr oder weniger regelmäßig. Finde ich eine sehr gute Lösung, zumal diese Vitrine rege genutzt wird.
Das Phänomen wurde jetzt wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Der Konsumökonom Professor Michael-Burkhard Piorkowsky von der Landwirtschaftlichen Fakultät der Uni Bonn hat sich mit seinen Studenten dem Bücherschrank gewidmet. Dabei ist Bemerkenswertes festgestellt worden:
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“Books outdoor” stelle in Bonn eine Alternative zum klassischen Buchhandel dar.
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Der Bücherschrank ist keinesfalls einfach ein Markt, denn es herrsche hier nicht das Prinzip von Angebot und Nachfrage.
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Es ist keine Tauschbörse im klassischen Sinne, “denn die Leute bringen ja zum Teil auch Bücher mit, ohne etwas dafür im Tausch zu erhalten. Es kann eher von einer Transferökonomie, einer freiwilligen Übertragung, gesprochen werden.
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Viele bringen gelesene Bücher wieder zurück in die Vitrine. Für viele sei “books outdoor” zu einer Alternative zur öffentlichen Bibliothek geworden.
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Die Nutzer kommen miteinander ins Gespräch und es entwickeln sich völlig neue Kommunikationsnetze, die es ohne den Schrank nicht geben würde.
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Die Nutzer räumen den Schrank in Eigeninitiative auf und säubern ihn. Benutzer, die zu viele Bücher gleichzeitig entnehmen, würden von anderen gemaßregelt.
Piorkowsky kommt zu dem Ergebnis, “dass solche alternativen Systeme durchaus realistisch sind”. Ähnliche Versorgungssysteme für andere Waren einzurichten, sehen die Nutzer als durchaus chancenreich an (Musik-CDs oder Kinderspielzeug).
Ein sehr interessantes Ergebnis. Es muss also nicht immer um Umsatz, Gewinnerzielung, Gewinnmaximierung gehen. Es bilden sich stabile Alternativen, über die Nachzudenken sich lohnt.
Informationen zur Autorin/zum Autor
Dieser Artikel wurde am 05.Februar 2009 von Hans geschrieben.
Etwas zur Person:
Am Rande der Eifel, etwas südlich von Bonn, wohne ich zur Zeit. Die Arbeit führt mich jeden Arbeitstag nach Köln.
Vor einigen Jahren habe ich damit begonnen zu bloggen und bin vor nicht allzu langer Zeit über den Kontakt zu den Blog Patenschaften auf die Idee gekommen, das Blog OFFENE PLATTFORM zu eröffnen. Ein Angebot für die, die selbst kein Blog betreiben, betreiben wollen - aus welchen Gründen auch immer.
Ich betreue dieses Blog und unterstütze bei Bedarf die Autoren, die hier veröffentlichen möchten, in technischer Hinsicht. Erreichbar bin ich schnell und unkompliziert über das Contact-Formular. Wie man sieht, steuere ich ab und an einen Artikel bei.
Weitere Artikel von Hans
Dies ist ein Blog für die, die selbst kein Blog haben - weil sie sich nicht mit der Technik befassen wollen, weil sie keine Zeit haben, ein eigenes Blog zu betreiben..... usw.. Hier kann der "Off-Liner" bloggen - nur mal so, zu einem Thema oder ständig über ein Projekt etc. Bei Interesse, bitte über das 





Ich wohne nicht in Bonn, sondern ganz weit weg in einer Kleinstadt, wo so etwas nicht laufen würde… leider.
Ich stelle meine überzähligen Bücher immer in einem Wäschekorb vor die Tür. Die meisten gehn dabei weg. – Würd mir manchmal wünschen, daß es andre auch so machen und ich wäre dann bestimmt sehr glücklich über neues gefundenes Lesefutter. Was ich mir meist auch nicht so einfach kaufen kann…
LG Mascha
Das mit dem Wäschekorb ist auch eine gute Möglichkeit. Die Vitrine bietet allerdings mehr Vielfalt, da von vielen Menschen etwas eingestellt wird. Insgesamt eine tolle Sache.
Das sehe ich auch so.
Allerdings: es gibt nun mal kleinere Orte – und vielleicht ist es auch regional bedingt – wo solche und ähnliche Sachen einfach nicht laufen. Nicht, daß es nicht vielfach versucht worden wäre … und wenn man da lebt, muß man zufrieden sein mit dem, was da ist. Irgendwann hat man selber nämlich auch keine Lust mehr, immer wieder Änderungen zu versuchen…
Ja, das ist sicher ein Problem; irgendwann gibt es Momente, wo man ‘müde’ wird. Aber wir rappeln uns meist wieder auf
!
Hallo Mascha,
es gibt noch eine andere Alternative über
http://www.bookcrossing.com/ , …..einfach mal reinschauen!
Gruss
Jörg …..ebenfalls aus Bonn
Nein, es geht nicht ohne Geld!
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Weder bei Büchern, noch bei anderen Dingen. Und es nützt garnix, wenn man selber – immer wieder und über viele Jahre hinweg – den Anfang dazu macht.
Selber Dinge verschenkt. Das wird zwar genommen, führt aber nicht weiter. Leider ist das so.
Das Bewußtsein und der Wille zum Umdenken sind bei vielen Menschen einfach nicht da. Jedenfalls nicht hier.
Im alten Bundesgebiet mag es vielleicht schon etwas weiter sein (?)
Von meinem Bücherkorb – zum Verschenken – hab ich ja schon erzählt.
Ich habe einen Garten und liebe Pflanzen über alles.
Und oft kann ich nicht vorbeigehn, wenn ich achtlos weggeworfene Pflanzen in (Friedhofs-)containern liegen sehe.
Die nehm ich dann mit und freue mich, wenn sie wieder wachsen und werden. Oft mache ich davon auch Ableger, verschenke diese weiter. Damit andre sich freun. Und der eigne Garten ist irgendwann sowieso zu klein…
Geld nehme ich dafür nie. Da käme ich garnicht drauf!
Heute morgen – es war so schönes pastellenes Frühnebelwetter – machte ich einen Spaziergang über den Friedhof.
Freute mich am Vogelgesang.
Konnt es natürlich nicht lassen, in die Container zu sehn. – -
Fand ein paar halbverschimmelte Primeln, eine Geranie, paar abgeblühte verwelkte Narzissen. Einige Blumentöpfe auch. Die brauche ich ja, um Pflanzen wieder weiterzuverschenken -
Plötzlich sehe ich mich einer aufgebrachten Menschengruppe gegenüber. Der Wortführer beschuldigte mich lautstark, Gräber zu plündern. Ständig wären die Pflanzen weg und ich trage hier beutelweise Zeug davon. Ich erklärte ihm, daß ich niemals etwas von Gräbern nehmen würde. Dazu hab ich viel zuviel Achtung vor der Mühe, die sich andre damit machen.
Mir tun nur die weggeworfenen Pflanzen so leid. Aber nicht jeder hat ja selbst einen Garten, um sie dort weiterzuverwenden.
Das brachte die Leute noch mehr auf. – Ich solle mir gefälligst meine Pflanzen kaufen, wie andre Leute auch ( das tue ich sogar, außerdem… – ) ! Mein Einwand, das sei doch nicht dasselbe, zählte überhauppt nix.
Zwecklos, einer Überzahl irgendwas zu erklären. Und auch wahrhaftig nicht mein erstes Erlebnis dieser Art.
Man wird mich anzeigen. Klar.
- Und irgendwann wird man mir wohl wieder die Reifen zerstechen. Das ist dann auch nicht das erste Mal… -
Wie sagt das deutsche Sprichwort (bzw. Schiller) so schön: Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Nachbarn nicht gefällt.
Und das ist in den neuen Bundesländern nicht anders, wie hier in den alten Bundesländern. Das geschilderte Friedhofserlebnis hättest Du auch hier haben können.
In Bonn gibt es drei von den Büchervitrinen. Vor Vandalismus sind die nicht gefeit, wie dieses Beispiel zeigt.
Also, trotz Rückschläge – weitermachen!
[...] umgedeutet. Ganzen Artikel lesen Weitere Links:http://alles-und-umsonst.de/starthttp://www.offene-plattform.de/2009/02/05/geht-es-es-geht-auch-ohne-geld/http://www.storyofstuff.com/http://www.zu-verschenken-kiste.org/ Abgelegt unter: Konsumverhalten, [...]
[...] Ein anderes Beispiel: In einigen Orten gibt es öffentliche Bücherschränke, in denen man Bücher zur Mitnahme anbietet. Hans Fährmann schreibt über Bonner Büchervitrinen und fragt: “Was macht man mit Büchern, die man gelesen hat und die man wahrscheinlich nie wieder lesen wird?… [...]