Socialbar Bonn am 15.03.2010

Von Hans, 1. Februar 2010

Bonn hat jetzt auch sein erstes Socialbar-Treffen. Am 15.03.2010 im Gebäude der Deutschen Welle, Kurt-Schumacher-Straße 3, 53113 Bonn. Eine Anfahrtskizze gibt es hier.

socialbar

Was ist eine Socialbar? »Die Socialbar ist ein Treffen von Weltverbesserern. Web-Aktivisten, Social Entrepreneurs, NGOs, ehrenamtliche Helfer, Politiker und Unternehmen mit sozialer Verantwortung kommen bei der Socialbar zusammen, um sich kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und Kooperationen einzugehen.«
Da passt die OFFENE PLATTFORM gut hin. Der Montagabend ist reserviert.

Via bnlog.de

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Borderline, Identität und Beziehung

Von Inga Wocker, 17. Januar 2010

So wie ich bin, mag mich keiner.
Wenn ich mein echtes Ich zeige, zerbricht die Beziehung.
Wenn ich anderen etwas vorspiele, verliere ich mich selbst dabei.

Identität ist ein schwieriges Thema. Wer bin ich, wie soll ich sein, wie sehen mich die anderen, wo ist mein Raum. Fragen, die immer wieder auftauchen und mich phasenweise fast zerrissen haben. Da scheint es einfacher zu sein, sich an bereits bestehende Identitäten zu halten: Ich bin die Tochter, die sich meine Mutter vorstellt, ich bin die große Schwester, die die Verantwortung übernimmmt, ich bin der gute Kumpel, ich bin Skorpion, also bin ich…, oder so absurd das auch klingen mag, ich bin Borderliner, also bin ich… Identität wird so jedoch etwas “von außen”, da ich versuche, einer vorgegebenen Schablone zu entsprechen. Das spaltet mich, weil ich mein tatsächliches Ich unterdrücken muss bzw. gar nicht erst entwickeln kann.

Irgendwann machte ich mich auf den Weg - zu mir? zu anderen? um mich weiterzuentwickeln? um mein wahres Ich zu finden? den Sinn des Lebens? Ich ging los, auch auf die Gefahr hin, von der Leere und Sinnlosigkeit in mir verschlungen zu werden und bestehende Beziehungen aufs Spiel zu setzen. Ich konnte es nicht ertragen, dass Menschen meine unkomplizierten und pflegeleichten Masken liebten und vor meinem zersplitterten Ich zurückwichen. Es war ein ständiges Versteckspiel, eine Farce, die mich auch in Gesellschaft einsam sein ließ. Echte Beziehungen ließen sich so jedenfalls nicht knüpfen, das war mir klar.

Schwierigkeiten benennnen und nein sagen - das will ich nicht mehr.
Für mich war das damals besonders mein selbstschädigendes Verhalten, z.B. absolut ungesund essen, meinen Körper ignorieren, überfordern und ausbeuten, mich schneiden, mit Leuten zusammensein, die mich ausnutzen und mich missbrauchen, indem sie mich nur in einer bestimmten Funktion für sich selbst sehen, u.a. die gute Zuhörerin, die immer Zeit und ein offenes Ohr hat, für alles Verständnis aufbringt und je nach Bedarf zur Stelle ist, sprich an- und abgeschaltet werden kann.

Sich Hilfe suchen und ja sagen - das wünsche ich mir.
Ich musste endlich wissen wer ich bin und Selbstrespekt entwickeln, ich wollte meinenKörper und mein Geschlecht annehmen können, um echte Beziehungen aufbauen und vor allem auch halten zu können. Mein damaliger Therapeut war der erste Mensch, der mir einen Raum nur für mich zur Verfügung stellte und mir die Chance gab, mich darin auszuprobieren und ihn anzufüllen.

Seine innere Mitte zu finden, eine Basis, auf der man sicher stehen kann ist die Grundlage, um in Beziehung zu einem anderen Menschen zu treten, sei es nun freundschaftlich, partnerschaftlich oder auch einfach im normalen sozialen Umgang. Es bedeutet, dass man für sich einen eigenen Raum hat und auch dem anderen seinen Raum zugesteht. Dieser Prozess war für mich sehr, sehr schwierig, brauchte viel Zeit, ließ mich immer wieder straucheln und in alte Muster verfallen.

Pläne machen und träumen - das kann ich erreichen.
In einem Erfolgsteamkurs lernte ich Menschen kennen, die mir guttaten, mich unterstützten und ermutigten, ich erkannte meine Fähigkeiten und bisherigen Leistungen, und konnte darauf aufbauend mein Hofprojekt in Angriff nehmen. Besonders die Tiere zeigten mir, dass ich sehr viel beziehungsfähiger bin, als ich selbst je gedacht hatte. Ich hatte genügend Ausdauer und Geduld, um in die Beziehung als Prozess einzusteigen und daran zu arbeiten. Durch diese Bestätigung von außen kam auch in mir etwas in Bewegung. Ein Ermutigungskurs half mir, dieses zerbrechliche, neue Ich zu stärken und zu entfalten.

Bekannte Muster aufbrechen und Entwicklung zulassen - das kann ich werden.
Ich wollte nicht dabei stehenbleiben, ein Borderliner zu sein, das war nicht meine wirkliche Identität, aber es dauerte Jahre, bis ich mich selbst ernstnehmen und akzeptieren konnte, ein Gefühl für die eigene Mitte entwickelte und aus ihr heraus handelte. Inzwischen verlasse ich mich zunehmend auf meine Intuition und höre auf die innere Stimme. Selbstvertrauen ist für mich ein unglaubliches Geschenk, das im Laufe der Zeit entstand und mir wichtig ist, das ich mir aber auch immer wieder neu erarbeiten und festigen muss. Ich lerne gerade, mein bester Freund zu sein, und auch wenn es nichts Selbstverständliches ist, kann ich mich doch Stück für Stück darauf zu entwickeln. Mein Ich hat einen Raum gefunden und kann endlich sein.

So wie ich bin, bin ich liebenswert.
Wenn ich mein echtes Ich zeige, kann ich echte Beziehungen aufbauen. Menschen, denen ich etwas vorspielen müsste, sind für mich nicht mehr interessant.

Und von einer Sekunde zur anderen kann auch alles wieder wie ein Kartenhaus einstürzen, mein Selbsthass springt mich an und lässt mich fliehen und zweifeln, abstürzen. Ich klopfe mir den Staub von den Kleidern und gehe weiter, meinen Weg.

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Das Dolphin Resort Ras Laflouka – ein neues Zuhause für Delfine aus Gefangenschaft

Von Rike Beckmann, 15. Januar 2010

und was es sonst noch Neues und Erfreuliches zu berichten gibt.

Ein neues Jahr beginnt und damit hoffentlich auch ein Umdenken des Menschen im Umgang mit seiner Natur. Ein wichtiger Auftakt wurde bereits durch den ZDF Neujahrsfilm „Das Geheimnis der Wale“ von und mit Veronica Ferres gelegt. Wenigstens im Film siegt die Natur über die wirtschaftlichen Interessen eines großen Konzerns, der in einer neuseeländischen Bucht nach Erdgas bohren will, jedoch durch engagierte Tierschützer daran gehindert wird. Der Lärm und der Druck der Schallkanonen, die zur Suche nach Erdgas eingesetzt werden, könnten die Ursache für das massenhafte Stranden der Meeressäuger sein. Mehr zum Film gibt es in der Mediathek des ZDF.

Dank des Films kann ich mein Glück nun auch bei Veronica Ferres versuchen, sie als Fürsprecherin für die Stiftung firmm zu gewinnen und weiterhin hoffen, dass sich noch mehr Menschen für den Schutz der Meeressäuger und der Ozeane interessieren.

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Die Arbeit der Stiftung habe ich bereits in meinem letzten Beitrag vorgestellt. Dieses Mal möchte ich etwas mehr über das Dolphin Resort Ras Laflouka berichten, welches an der marokkanischen Küste erbaut werden soll, um Delfine aus Gefangenschaft aufzunehmen und ihnen die Möglichkeit zu bieten sich hier - geschützt und betreut - in ihrem natürlichen Lebensraum zu bewegen. Von Ras Laflouka aus können auch gestrandete Meeressäuger betreut werden, oder mit Containerschiffen kollidierte Wale wieder gesund gepflegt werden. Das gepachtete Grundstück liegt ca. 20 Autominuten von Tanger entfernt und umfasst ebenso einen mit Netzen eingegrenzten Meeresteil von 3.25 ha Größe. Das Dolphin Resort bietet darüber hinaus für Groß und Klein ein außergewöhnliches Ferienerlebnis, denn die Anlage liegt am Sandstrand, unweit von einem Felsküstenbereich mit Spuren aus vergangenen Zeiten. Ein Ort zum Entdecken und Erkunden ist auch das Meer. In der Bucht lassen sich beispielsweise die Delfine beim Spielen, Fressen und Ruhen beobachten. Es sollen jedoch noch mehr Aktivitäten angeboten werden, wie z.B. Walbeobachtungstouren und Kurse, die Errichtung eines Marine Centers mit vielen lehrreichen und interessanten Räumen (Multimediacenters), einer Tauchbasis und eines orientalischen Restaurants.

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Wie das Resort aussehen soll, könnt Ihr auf der Homepage sehen.

Seit 6 Jahren bemühen sich Katharina Heyer und ihr Team darum, Land für ihr Vorhaben zu gewinnen und Investoren zu finden, denn allein von den Einnahmen, die durch die Walbeobachtungstouren gewonnen werden, lässt sich das Projekt nicht realisieren. Die Stiftung ist auf Spenden angewiesen und freut sich über jede noch so kleine Unterstützung. Der Bau der Anlage, in der auch Gäste und Kinder herzlich willkommen sind, soll in diesem Jahr beginnen. Ich selbst werde im Sommer nach Tarifa fahren, um Katharina als Volontärin zu unterstützen und um mir ein Bild vor Ort zu machen. Natürlich werde ich Euch davon berichten! Bis dahin könnt Ihr den weiteren Aufbau unterstützen, damit firmm schon bald den ersten Delfinen ihren wohlverdienten Lebensabend im „Dolphin-Resort” ermöglichen kann. Weitere Informationen zu den Spenden finden Ihr >>> hier (Download, PDF).

Es wird übrigens auch um Sachspenden (u.a. Tauchausrüstung, veterinärmedizinische Ausrüstung) für die Ausstattung des Resorts gebeten.

Als Spender erhält man natürlich eine Spendenbescheinigung (ab 30 €) und regelmäßig die firmm news per E-Mail mit Informationen über die Erfolge der Arbeit sowie Einladungen zu firmm Veranstaltungen.

Da komme ich auch gleich zum nächsten Punkt:
Das 12. firmm Treffen findet am 27.02.2010 im schweizerischen Aarau statt. Jedermann ist herzlich eingeladen mit den Stiftungsmitgliedern und Helfern einen spannenden und informativen Abend zu verbringen, der wiederum den Walen und Delfinen in der Strasse von Gibraltar gewidmet sein wird.
Zum firmm-Treffen (Download, PDF)

Die Stiftung hat darüber hinaus einen Fischflyer (Download, PDF) erstellt, der uns Konsumenten ein Ratgeber ist, welcher Fisch noch bedenkenlos gegessen werden darf und welcher nicht. Dazu gehören: Hering, Makrele, Pangasius, Seelachs, Tintenfisch, Karpfen und Forelle.

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Auch für unsere lieben Kleinen hat sich firmm etwas einfallen lassen – das Walquartett. Spielerisch lernen die Kids die unterschiedlichen Meeressäuger und ihre charakteristischen Eigenschaften kennen: Wer taucht am tiefsten? Wer wiegt am meisten? Taucht gemeinsam mit den Kindern ab in die faszinierende Welt der Wale und Delfine und lernt zu welchen unglaublichen Leistungen die bedrohten Meeressäuger in der Lage sind. In diesem Quartett sind 32 Arten vertreten - vom akrobatischen Spinnerdelfin über den seltenen Gangesdelfin bis zum gigantischen Blauwal. Ein ideales Geschenk, um frühzeitig das Interesse für die Welt der Meeressäuger zu fördern.

Zu bestellen ist das Quartett für eine kleine Spende von 9,90 € unter: http://www.walquartett.de/bestellen.html

Es gibt auch noch weitere gute Nachrichten. So ist es Umweltschützern in Neuseeland gelungen 43 von 60 gestrandeten Grindwalen zu retten und in Neuschottland wurde ein Pilotwal wieder zurück ins Meer gebracht. Helfen Sie der Stiftung für noch mehr gute Nachrichten in diesem Jahr zu sorgen!!

Eure Rike

Bilder von Katharina Heyer

Hier noch einmal die Links:
Stiftung firmm
Dolphin Resort Ras Laflouka
firmm bei Facebook

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Morbus Crohn - Ich wollte eigentlich mit dem Sportstipendium nach Amerika

Von Hans, 14. Januar 2010

Wie eine Krankheit einen Lebenstraum zerstören kann, aber die Kranke trotzdem ein Studium meistert und ein erfülltes Leben hat, zeigt das Interview mit Tanja (Name geändert). Sie stammt aus Basel, ist 22 Jahre alt und studiert im dritten Jahr Biologie an der Universität Basel. Seit viereinhalb Jahren lebt sie mit der Diagnose Morbus Crohn.
Ihr Traum war es, mit einem Sportstipendium nach Amerika zu gehen. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Der Sport hat sie aber gelehrt, zu kämpfen und das hilft ihr, auch ihr Leben mit Morbus Crohn zu bewältigen. Nicht einfach, aber beispielhaft!

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Mein Auto, oder die Freiheit der Selbstständigkeit

Von Erika Knobloch, 9. Januar 2010

Wenn ich in meinem Nissan sitze,
dann fühl ich mich so herrlich frei.
Auch wenn ich manchmal dabei schwitze,
im Straßenverkehr bin ich dabei.

Auf einmal öffnet sich die Enge,
die so mein Leben mit sich bringt.
Und es verschwinden alle Zwänge,
die die Behinderung mir aufzwingt.

Denn ich kann selber frei entscheiden
Mit wem ich fahre, wohin ich will.
So ist mein Auto mein Gefährte
und bringt mich an´s gewünschte Ziel.

Natürlich muss das funktionieren.
Mein Nissan fährt nicht selber fort.
Am Klang vom Motor kann ich´s spüren.
Es bringt mich pannenfrei zum Ort.

So kann ich der Behinderung trotzen,
ich bin da unabhängig mit dabei
mein Auto wird mich sicher lotsen
und ich bin so unendlich frei.

(Erika Knobloch)

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Laufend Gutes Tun

Von Hans, 7. Januar 2010

Gastbeitrag von Jana Wiesenthal
(Insoweit sind die u.a. Informationen zum Autor diesmal nicht für den Autor, sondern für den Veröffentlicher zutreffend.)

Die Online-Plattform donare.de macht es einfach, sich für Gute Zwecke einzusetzen

Sich einer sportlichen Herausforderung stellen und dabei Spenden für einen wohltätigen Zweck sammeln. Was in England und den USA schon weit verbreitet ist, soll jetzt auch hierzulande motivieren, persönliche Ziele mit einer guten Tat zu verbinden. Die Online-Pattform donare.de gibt Sportlern die Möglichkeit, online unkompliziert und sicher Spenden für soziale Zwecke zu sammeln.

donare.de ist eine gemeinnützige Spendenplattform. 100 Prozent der Spenden werden an die entsprechenden Organisationen weitergegeben. Welche Organisation oder Einrichtung das sein soll, kann der Sammler selbst entscheiden. Von einer großen Organisation bis zum Tierheim nebenan – jeder kann ausgewählt werden.

logo_donare

Die Idee für die Online-Spendenplattform stammt aus dem angelsächsischen Raum. In Großbritannien und den USA verbinden viele ihre persönlichen Ambitionen mit einer guten Tat.

Um Freunden und Bekannten das Spenden unbürokratisch und sicher zu ermöglichen, bedarf es lediglich einer Spendenseite auf donare.de. Sie kann kinderleicht erstellt werden. Der Sammler wählt eine Aktion oder Veranstaltung, die als Anlass für den Spendenaufruf dient.

Aber nicht nur sportliche Herausforderungen eignen sich. Auch freudige Anlässe wie die eigene Hochzeit, der Geburtstag oder persönliche Ziele wie Abnehmen bieten sich an, Spenden zu sammeln. Die persönliche Seite kann mit Nachrichten und Foto gestaltet werden. Der Sammler erhält einen Internet-Link zur Spendenseite, die er Freunde, Bekannte und Kollegen senden kann, damit diese spenden können.

donare.de möchte Spendensammler dabei unterstützen, so viel und einfach wie möglich für die Organisation ihrer Wahl zu sammeln. Besonders kleine Einrichtungen können von donare.de profitieren. Sie haben meist nicht die gleichen Chancen wie große Organisationen, da ihnen die finanziellen Mittel für aufwendiges Fundraising und entsprechende Technik fehlen.

Da donare.de gemeinnützig ist, werden keine Gewinne erzielt. Die Spendengelder fließen den ausgewählten Organisationen ohne Abzug von Gebühren zu und können von den Organisationen frei für die eigenen Zwecke verwendet werden. donare.de stellt dem Spender zum Jahresende hin eine Spendenbescheinigung aus. Die Plattform finanziert sich durch das Zuspenden, also zusätzliche Spenden direkt an donare.de.

Die Ideen der bisherigen Spendensammler sind vielfältig und reichen von 5km Läufen über die Teilnahme an Marathons, den Verzicht auf Geburtstagsgeschenke bis hin zu der Silvesteraktion „Spenden statt Böller“. Inga verzichtete letztes Jahr auf Raketen und Böller und sammelte bei Familie und Freunden 200 Euro für den Deutschen Kinderschutzbund.

donare.de möchte es noch leichter machen, sich zu engagieren. Im Vordergrund steht dabei die Aktion und das Motto: Gemeinsam stark.

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Multiple Sklerose-Betroffene berichten aus dem Pflegeheim [5/5]

Von MS-Betroffene, 28. Dezember 2009

Erläuterungen zur SOWI-Therapie

von Angela Gröschl-Eigenstetter

Was ist SOWI-Therapie? oder „Von wegen austherapiert!“

Dieser trotzig empörte Ausruf liegt mir nun schon seit Jahren auf der Zunge. Spätestens seit ich (wir) die SOWI-Therapie kennengelernt habe(n), die mich (uns) lehrte, dass man auch bei einer als unheilbar geltenden Erkrankung wie der MS immer noch etwas für sich selbst tun kann. Spätestens, seit ich erfahren habe, dass gerade diese meist schwer von MS betroffenen Menschen mit hohem Pflegeaufwand in einer Spezialklinik für MS-Kranke gerade wegen dieses hohen Pflegeaufwands dort kaum mehr ausreichend pflegerisch versorgt werden können. Spätestens, seit ich die Haltung der Krankenkassen kenne, die fast ausnahmslos unterstellen, dass es sich ohnehin nicht mehr lohne, in diese Menschen zu investieren.
Die SOWI-Therapie wurde entwickelt von und aus dem gelebten Erfahrungsschatz von Sonja Wierk, der es gelang, mit enormer Ausdauer und wider allen Erwartungen, Beweglichkeit in ihren von der MS gelähmten Körper zurück zu bringen. Sonja Wierk ist inzwischen über 80 Jahre alt, immer noch Beweglich. Vor Jahren hat sie auch einen Schlaganfall mit ihrem Verfahren überwunden.

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Sie lehrte mich die Grundprinzipien und Anwendbarkeit des Verfahrens und ermunterte mich, es an kranke Menschen, vor allem MS-Betroffene, weiter zu geben.
Seither bemühe ich mich ein „Theoriekonzept der SOWI-Therapie“ zu entwickeln und es anerkannten Verfahren zuzuordnen. Die Nähe zu mehreren Therapieformen ist unverkennbar. Jedoch ist und bleibt Sonjas Verfahren einzigartig. Vor allem ist es passgenau auf die Bedürfnisse von Menschen mit neurologischen Bewegungsbeeinträchtigungen zugeschnitten - auch und nicht zuletzt für Schwer- und Schwerstbetroffene.

Sonjas SOWI-Therapie ist zunächst eine reine Erfahrungsheilkunde, die sich an Menschen mit neurologischen Erkrankungen des Bewegungsapparates richtet. Die Therapieform spricht vor allem Menschen an, die es für möglich erachten, dass Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden können und / oder die sich mit neueren Erkenntnissen der Hirnforschung beschäftigen und von daher um die europlastizität und Regenerationsfähigkeit unseres Nervensystems wissen.

Das Verfahren erinnert teils an die Feldenkrais Methode und auch an die Achtsamkeitsphilosophie. In der Grundhaltung erkennt man deutliche Parallelen zu Aaron Antonovskys Salutogenese-Konzept. Wie Sonja Wierk fragt auch er nicht: „Was macht Menschen krank?“ oder „Was geht nicht“ sondern „Was macht mich gesund?“ oder „Welche Ressourcen habe ich?“. Sonja Wierk ist jedoch weniger an Theoriediskussionen interessiert. Ihr Herangehen ist sehr pragmatisch und lösungsorientiert. So fragt sie: „Was tut meinem Körper und meiner Seele gut?“ und „erspürt“ wie die Regeneration derselben durch selbstbewusstes und selbstbestimmtes Tun gefördert werden kann; denn: “Helfer meines es zwar gut, aber fast alle überfordern uns!“ Umso bedeutender der Leitsatz: „Deine Selbstbestimmung ist deine Kraft!“

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Im Netz gesammelt

Von Hans, 27. Dezember 2009

Weihnachten ist es im Netz ruhig. Blogger sind auch Familienmenschen und das Bloggen unterliegt dem Gesetzt über die Ladenöffnungszeiten - könnte man meinen. Ist aber nicht so, ist nur etwas ruhiger, wie halt das nichtvirtuelle Leben auch. Das Netz spiegelt das Leben.

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So wie dieser Beitrag auf Kroetengrün.de. Ein Nachruf, der seinen Widerhall im Web fand und findet.

Oder wie in diesem Artikel, in dem Martin über Peer-Journalismus und ob das Netz investigativen Journalismus kann, schreibt.

Oder wie Rike Beckmann in dem Artikel »Chancen und Verführungen der zweiten Welt«. Ist das Internet eine zweite Welt und verdrängt nach und nach die Realität? Mitnichten, meiner Meinung nach, denn das was ist, ist die Realität, oder?

Oder wie Frank, der stetig uns Bloggern das Leben mit seinen Codeerzeugnissen erleichtert. Heiligabend legt er ein neues Plugin-Geschenk auf den Gabentisch.

Oder wie Thomas auf seinem Blog Soziale Demokratie heute. Er ist bekennender Sozialdemokrat und SPD-Mitglied. Und er leidet unter dem derzeitigen Zustand der SPD und schreibt darüber.

All das spielt sich in der sog. virtuellen Welt ab, ist aber nichtsdestotrotz real. Ist so vielgestaltig und widersprüchlich wie das ‘reale’ Leben. Nutzen muss man Beide bewusst; Perpetuum mobiles gibt es in keiner der beiden ‘Welten’!

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Multiple Sklerose-Betroffene berichten aus dem Pflegeheim [4/5]

Von MS-Betroffene, 20. Dezember 2009

Es ist nicht alles zu Ende – ermutigende Erfahrungen (2)

Stephan

Also was ich noch ganz wichtig finde. Ich möchte auch hier ein Ziel, einen Sinn, eine Zukunft und eine Vision haben und nicht denken, ich sei auf dem Abstellgleis. Wenn ich bereit bin, hier sinnvoll zu leben, dann möchte ich ja etwas vom anderen wissen bzw. der andere was von mir. Ich bin hier nicht am Ende der Welt. Ich treffe viele Menschen, lerne Bewohner oder auch Pfleger aus verschiedenen Ländern und Kulturen kennen. Das ist doch interessant. Jede Beziehung ist eine Bereicherung. Die Bereitschaft, dies zu sehen, muss jedoch von mir ausgehen.

Vroni

Ich finde es hier für mich viel leichter, ein sinnvolles Leben zu leben, als mehr oder weniger isoliert und alleine zu Hause in der ambulanten Pflegesituation. Hier werde ich als „normaler“ Mensch gesehen, als Vroni, Stephan oder Theresa. Nicht meine Behinderung steht im Vordergrund, so wie ich das oft zu Hause erlebt habe, wenn ich im Rollstuhl unterwegs war.

loslassen, by pixelio.de

Stephan und Theresa

Ja, das stimmt. Es ist eindeutig so, dass es hier für uns leichter ist, gleichberechtigte Beziehungen aufzubauen, soweit man das möchte. Natürlich kann man sich auch verkriechen. Man wird ja nicht gezwungen, Kontakt zu anderen aufzubauen. Im Haus wird vieles dafür getan, diese Kontakte zu befördern, beispielsweise durch Beschäftigungstherapie, Gruppenangebote und auch in Einzelgesprächen wird man dazu ermuntert.

Theresa

Also ich hatte ein sehr prägendes Erlebnis, als ich noch zu Hause, aber schon Rollstuhlfahrerin war. Da wurde ich mal von einem Gaffer abschätzig von oben bis unten „inspiziert“ – auf eine so verletzende Art und Weise, dass ich lange Zeit die Wohnung nicht mehr verlassen wollte. So etwas würde mir hier nie passieren.
Die meisten hier sind wirklich sehr freundlich. Na ja, es gibt schon auch mal Einzelne beim Pflegepersonal, über die ich nicht so glücklich bin. Was ich noch wichtig finde: Man muss sich auch einordnen und anpassen können.

Stephan und Wolfgang

(Wolfgang, 51 Jahre, im Heim seit 2004, MS-Diagnose seit 1983, Status: Rollstuhlselbstfahrer)
Ja klar, aber das muss man doch auch zu Hause oder wenn man einen ambulanten Pflegedienst beansprucht. Kommunizieren können muss man überall, ganz gleich, wo man lebt. Man muss sich überall mit anderen Menschen arrangieren, beispielsweise mit Nachbarn, die sich durch irgendetwas gestört fühlen.

Stephan

Es ist auch wichtig, seinen eigenen Beitrag zu leisten. Zum Beispiel den Pflegern bewusst machen, dass das Zimmer, in dem ich wohne, mein Privatbereich ist. Sonst bleibt eventuell die Tür offen, und man fühlt sich, als ob man auf dem Gang leben würde. Oder auch mal auf jemanden zugehen und um Hilfe zu bitten, beispielsweise einen Mitbewohner oder einen Besucher.

Theresa

Ja, das ist sehr wichtig, dass man die Hilfe auch annehmen kann. Manche können das nicht.

Vroni

Und es gibt auch viele hier, die sich nicht öffnen und ganz für sich bleiben.

Wolfgang

Ja, man muss schon aus sich rausgehen. Bei mir hat es ein Jahr gedauert, bis ich mich heimisch fühlte. Aber dann kann man Freunde suchen und auch finden. So gute Freunde wie hier hatte ich noch nie im Leben.

Theresa

Und noch ein Aspekt ist mir sehr wichtig, den ich so niemals erwartet hätte. Ich erlebe hier, dass ich gebraucht werde und keineswegs nur auf die Rolle eines Hilfeempfängers reduziert werde. Damit hatte ich nicht gerechnet, dass ich hier so ein breites Betätigungsfeld finde, mich zu engagieren bzw. aktiv von anderen angesprochen und um Rat und Hilfe oder einfach um ein Gespräch gebeten werden. Das tut mir so gut.

Stephan

Ja und die Möglichkeit zu helfen ist nicht nur auf das Heim begrenzt. Ich wurde beispielsweise gebeten, mich für Behinderte im Ausland zu engagieren, und habe viele im Ort gefunden, die mich dabei unterstützen. Im Vergleich zu den meisten Behinderten in anderen Ländern sind wird ohnehin in einer privilegierten Lage.

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Multiple Sklerose-Betroffene berichten aus dem Pflegeheim [3/5]

Von MS-Betroffene, 14. Dezember 2009

Es ist nicht alles zu Ende – ermutigende Erfahrungen (1)

Stephan

Ich habe versucht, eine Familie hier in Kiefersfelden zu finden. Der erste Schritt hierzu war, die neue Situation im Pflegeheim anzunehmen. Annehmen heißt für mich, etwas akzeptieren, was ich nicht ändern kann. Ich hatte ohnehin keine Kraft, mich darüber zu grämen, dass ich es nicht ändern kann. In eine Ecke stellen und schmollen wollte ich auch nicht. Der zweite Schritt war, dass ich nach kreativen Möglichkeiten suchte, mir das Leben lebenswert zu machen. Deshalb habe ich mit Bewohnern, Pflegern und Therapeuten Beziehungen gesucht und auch gefunden. Auch Menschen, die im Ort leben, habe ich kennengelernt. So sind Freundschaften entstanden, die bis heute bestehen. Auf diese Weise habe ich hier im Pflegeheim eine neue Familie gefunden. Dies soll kein Ersatz für meine wirkliche Familie sein und ist es auch nicht.
Wesentlich hat mir auch mein Glaube geholfen, denn Zuversicht, Vertrauen und positive Lebenseinstellung habe ich durch den Glauben. Obwohl ich mich anfangs von Gott und der Welt verlassen fühlte, habe ich die Gegenwart Gottes auch hier gefunden.

zusammen, by pixelio.de

Theresa

Ich weiß inzwischen, dass ich niemandem mehr zur Hand hätte gehen können, wenn ich zu Hause geblieben wäre. Dieses Gefühl, jemandem zur Last zu fallen, wäre schrecklich, und ich bin froh, dass es anders gekommen ist. Ich fühle mich hier im Haus durch Heimleitung und Pfleger, in der Krankengymnastik und in der MS- und Gesprächsgruppe sowie in den Einzelgesprächen so gut aufgenommen. Ich bin im Verlauf der Monate immer ruhiger geworden, und es könnte mir gar nicht besser gehen.
Ich fühle mich angenommen. Tatsächlich hatte ich von Anfang an das Gefühl dazuzugehören. Diese Freundlichkeit der Menschen hat mir sehr geholfen, und damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Dennoch war der erste Schritt sehr schwer. Ich musste nämlich lernen zu „resignieren“. Damit meine ich, dass ich mich von der Idee verabschieden musste, weiterhin irgendwie meinen Kindern helfen zu können. Durch diese Resignation musste ich gehen. Das war schwer, aber wenn man es schafft, das Leben so zu nehmen, wie es eben ist, dann wird es besser. Inzwischen weiß ich, dass ich todunglücklich wäre, müsste ich so hilflos, wie ich bin, bei einem meiner Kinder leben. Heute freue ich mich über jeden Besuch von ihnen und lebe sonst hier mein eigenes neues Leben. Ich empfinde keine Sehnsucht mehr, nach Hause zu kommen; mein Zuhause ist jetzt hier, und das ist gut so.

Vroni

Ja, man muss die neuen Lebensumstände wirklich annehmen. Mir haben dabei vor allem meine Angehörigen geholfen, die immer für mich da sind. Ich konnte und kann mich stets auf sie verlassen. Sie kamen und kommen weiterhin, ohne dass ich darum bitten muss. Der andere wichtige Punkt, der mir half, hier anzukommen, war die Freundlichkeit, mit der ich hier im Haus von allen Mitarbeitern aufgenommen wurde. Seit ich hier im Pflegeheim bin, habe ich auch diese schreckliche Angst nicht mehr und fühle mich ganz befreit. Es ist einfach immer jemand da, wenn ich Hilfe brauche, und ich muss mir nichts dabei denken, diese Hilfe zu beanspruchen. Ich hatte hier noch nie das Gefühl, dass man es mich spüren lässt, dass ich immer wieder um Hilfe bitten muss. Es ist einfach selbstverständlich, dass man versorgt wird und die Hilfe kriegt, die man braucht. Es ist eine schwere Entscheidung, ins Heim zu gehen. Ich hatte wirklich das Gefühl, „mein Leben“ zu verlieren. Dieses Gefühl habe ich allerdings jetzt gar nicht mehr; diese Angst war unbegründet.

Die anderen Teile des Berichtes:
Multiple Sklerose-Betroffene berichten aus dem Pflegeheim [1/5]
Multiple Sklerose-Betroffene berichten aus dem Pflegeheim [2/5]
Multiple Sklerose-Betroffene berichten aus dem Pflegeheim [4/5]

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